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Schwertkampf

19.08.2023 - 20.08.2023

Leitung: Michael Frank, Tengukan Berlin


Schwertkampf…ein glorifiziertes Thema. Dass die Schwertkunst an sich, wie viele andere Künste auch, einen Nebel der Mystik um sich legt, ist unwiderleglich.


In diesem Seminar stellte Michael Frank aus dem Tengukan Berlin mit einigen seiner Schüler uns verschiedene Schwertstile und Handhabungen vor. Vorrangig ging es dabei am Samstag um die Nutzung des Bokken aus dem Katori-Shinto-Ryu-Stil und sonntags um den Umgang mit dem Gladius.


Das Bokken ist mir keine rein unbekannte Waffe in der Handhabung und doch wurde in diesem Seminar erneut offensichtlich, wie viel man doch wieder nicht kennt. Der grundmäßige Einsatz, nämlich die Klinge schneiden zu lassen anstatt sie wie einen Baseballschläger einzusetzen, ist allen Schwertkünsten gleich. Die Stile unterscheiden sich jedoch in ihrer Herangehensweise und dem Ansatz Technik, Körperbewegung und den Geist zu schulen. Um meiner Faszination mit den neuen Techniken freien Lauf zu lassen, musste ich rein zu dem Anfängergeist zurückkehren. Das war anfangs nicht ganz so leicht, wenn mein Körper aus Gewohnheit Bewegungen anders ausführen wollte als es gefordert war und somit meinen Geist kreuzte der die Theorie der neuen Bewegung verstehen – und eigentlich auch direkt umsetzen – wollte.^^ Viele Korrekturen die ich im Laufe des Seminars erhielt lassen sich direkt auf die mir bekannten Formen übertragen. Irgendwie will man doch auf das gleiche Ziel hinaus. 😊


Alle Teilnehmer waren trotz des sehr warmen Wetters mit vollem Elan dabei und die Faszination am Thema Schwertkampf schweißte uns zusammen. Nach den ersten 4h war ich geistig unverhofft ziemlich erschöpft gewesen. Den Abend ließen wir gemeinsam am kühlen See mit anschließender Pizza ausklingen – das ließ die Lebensgeister wieder erwachen.


Am zweiten Tag brachten Michael und seine Schüler uns den Umgang mit dem Gladius näher. Mit dieser Art Schwert hatte ich bisher keinerlei Erfahrung gemacht. Die Waffe war kürzer, mit deutlich breiterer Klinge und zwei Schneiden. Dazu kam, dass man es einhändig nutzte, was im späteren Verlauf des 3h Trainings gerne dazu führte, dass man sich freiwillig mit dem Thema „wie benutze ich die Waffe in meiner nicht-dominanten Hand“ auseinandersetzte. Ich hatte sichtlich Spaß am Training und schnappte mir in der letzten Stunde ambitioniert gleich noch eine zweite Einhandklinge dazu. Wenn das mit einem Schwert geht, funktioniert das ja bestimmt auch mit zwei, oder?


Michael gab uns die letzte Stunde frei zum Erforschen verschiedener Schwertarten (und Schilde). Das Leuchten in den Augen der Übenden war nicht zu verbergen. Unser Spieltrieb und Forschergeist ließen sich auch durch die mittlerweile gut schmerzenden Unterarme nicht aufhalten. Michael und sein Team gaben uns viele hilfreiche Tipps und zeigten sehr viel Geduld. Man merkt, dass ihnen das Thema Schwertkampf Spaß macht. Das hatte sich auch während des kompletten Seminars auf uns Teilnehmer übertragen.


Ich danke Michael Frank und seinen Schülern für das sehr inspirierende Seminar. Es hat mich wieder darin angefeuert, mich mehr mit den Klingenwaffen auseinanderzusetzen und vielleicht das ein oder andere neu auszuprobieren. Ich konnte viel für meine Übung unseres Kenjutsu mitnehmen. Manchmal hilft ein neuer Blick auf die Dinge um weitere Schritte auf dem eigenen Weg der Kampfkünste zu gehen.


Jacqueline Auen Budokan Bensheim


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1 Comment


Toller Bericht Jacqueline! Und so schnell, da hat die Kraft der Arme zum tippen gerade noch gereicht ;-) Ich kann dir nur zustimmen, war wieder mal ein sehr schönes Seminar in Bensheim, Danke Micha und allen Berliner Schwertmeistern und natürlilch auch allen Mitschwingenden. Viele Grüße aus Weil!

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