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Tekki und die Kunst auf engem Raum zu kämpfen

von Jacqueline Auen

11.05.2019 - 12.05.2019

Leitung: Sensei Matthias Degen

Ein weiteres Seminar in Bensheim im Budokan liegt nun hinter mir mit allen Eigenheiten, die ich seit nunmehr über 20 Jahren kenne, der langen Anreise aus Berlin verbunden mit der stets bangen Hoffnung einigermaßen flüssig und ohne Zwischenfälle dort und danach wieder zu Hause anzukommen; der Freude darauf, die (zum Teil schon gefühlt ewig) bekannten Gesichter mit den dazugehörenden Menschen wiederzusehen; dieses Dojo zu betreten und darin zu üben und sich daran zu erinnern, was dort alles schon geschehen ist….und dies alles in dem Moment auszublenden, wenn das erste Training des Seminars beginnt.

Tekki!! Ein Synonym für Klarheit und Einfachheit, für Konsequenz im Handeln und Bewegung ohne Schnörkel und Umwege, direkt und ehrlich im Geist – so habe ich sie immer empfunden und deshalb in den ersten Jahren der Übung gar nicht gemocht, denn, wenn man sie übt, kann man sich nicht verstecken, seine Fehler verbergen oder vertuschen.
Das verhält sich heute bei mir, nach jahrelanger Übung und Auseinandersetzung mit dieser Kata gänzlich anders. Und eben aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf dieses Seminar, das den Fokus auf die Anwendung der Prinzipien des Kämpfens, welche die Tekki bereithält, legte. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Nach einer Auffrischung (derer man übrigens nie genug erhalten kann) der wichtigsten Kriterien in Ausführung und Genauigkeit der einzelnen Techniken ging es nahtlos zu den Anwendungen dieser, wie sie im Oyo festgelegt sind und die, wie ich finde, sehr stimmig und plausibel die in der Tekki enthaltenen Möglichkeiten des Kämpfens in eine komplexe Übung bringen. Hinzu kamen viele weiterführende Übungen mit dem Partner, die sehr realitätsnah das Benutzen und Anpassen der in der Form erlernten Techniken erforderten und so manches Aha! – Erlebnis bereithielten.

Vor die Brust gestoßen und geschubst oder an eine Wand gedrückt zu werden kommt in der Realität doch eher vor, als ein Angriff mit einem blitzsauberen Kizami-Tsuki aus Jiyu-Gamae und so hatten alle hier die Möglichkeit auch mal zu testen, ob und wie sie auf eine solche Bedrohung reagieren.

Am Ende war die Zeit natürlich wieder mal zu knapp, um alle Bereiche zu beleuchten, die es verdient hätten und die Sensei Matthias Degen, der das Seminar geleitet hat, sich vorgenommen hatte zu beleuchten. Vielleicht kann man das ja irgendwann mal nachholen…in einem 2. Seminar… eventuell. Ich glaube dagegen hätte keiner der Teilnehmer etwas einzuwenden. In diesem Zusammenhang möchte ich herzlich Danke sagen an Matthias, der dieses Seminar sehr gut vorbereitet und geführt hat, wie ich finde.
Ich habe neben der Vertiefung des Oyo so einige Anregungen für mein eigenes Training und das im Tengukan mitnehmen können, ich habe Zeit mit Menschen verbracht, die das gleiche wollen wie ich, die mir wichtig sind und was kann es besseres geben an solch einem Wochenende!

Danke an alle, die dabei waren!

Michael Frank
Tengukan Berlin

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