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Jiyu waza aus dem Prüfungsprogramm

04.03.2016 – 06.03.2016

Leitung: Sensei Christian Lind & Peter Schömbs & Matthias Degen



Jiyu Waza aus dem Prüfungsprogramm


Endlich bot sich die Gelegenheit, an diesem Seminar teilzunehmen. Da wir die Jiyu waza Techniken noch nicht so lange im Training integriert hatten, war ich sehr gespannt, mehr darüber zu erfahren. Die Teilnehmerzahl war beeindruckend, so dass wir in Dreierreihen üben mussten. Das Seminar wurde von Sensei Christian Lind, mit Hilfe von Sensei Peter Schömbs und Sempai Matthias Degen geleitet.


Für mich forderte es sehr viel Konzentration, Aufmerksamkeit und Haltung. Es wurde mir einmal mehr bewusst, wie entscheidend das ashi sabaki war. Die Flexibilität und die Leichtigkeit auf den Fussballen zu „tanzen“ ,birgt die Basis der Übung in sich. Sobald man sich auf den Fersen ausruhte, verlor man die Dynamik und wurde somit Opfer eines gegnerischen Angriffs. An dieser Stelle eine hilfreiche Gedankenstütze von Elias. Er verglich es mit dem Joggen. „Man joggt auch nicht auf den Fersen“. Der hintere Fuss muss stets zum Gegner hin ausgerichtet sein, um jederzeit einen blitzschnellen Angriff starten zu können. Man kann sich die Startposition beim Sprint vorstellen. Hier kommt das Yin Yang-Prinzip wieder schön zum Vorschein. Einerseits das weiche und leichte Tänzeln und anderseits die geballte Energie, welche bereit steht, im richtigen Moment nach vorne zu schießen. Eine spannende Erfahrung konnte ich bei der Renzokübung machen. Bis jetzt habe ich den Konter stets mit dem Zurückweichen des Oberkörpers und der Abwehr mit der Hand gemacht. Die Füsse blieben jedoch meist an Ort und Stelle. Bei dieser Übung ging es jedoch darum, mit suri ashi nach hinten auszuweichen und mit yori ashi wieder in den Gegner reinzugehen um den Konter zu setzen. Ich fand es sehr beeindruckend, wie kontrovers die Wirkung der beiden Varianten war. Es ist eine vermeintlich kleine Änderung, stellt aber in der Anwendung einen riesen Unterschied dar. Hierbei spielte die Beinstellung wieder eine entscheidende Rolle.


Auch spannend fand ich die Übung, in der man den Rhythmus des Gegners zu brechen versuchte. Beide Partner bewegen sich im gleichen Rhythmus in Jiyu gamae. Abwechselnd wurde der Konter gegen den Rhythmus gesetzt. Für mich war diese Übung sehr schwierig. Das entscheidende dabei war, sich vor dem Konter einen (sehr) kurzen Augenblick zu sammeln und sich zu positionieren, um dann mit vollem Kime nach vorne zu stossen. Diesen Moment im Geiste auszuhalten, war für mich nicht leicht. Der Kopf sagt,“geh direkt, dann bist du schneller beim Gegner“! Auch hier war für mich wieder sehr interessant zu erkennen, wie sich diese beiden Varianten verschieden angefühlt haben und welche unterschiedlichen Auswirkungen sie hatten.


Nebst den Fausttechniken, lernten wir natürlich auch die Beintechniken. Für mich war der Kernpunkt bei der Deckung. Sensei Christian Lind hat uns immer wieder darauf aufmerksam gemacht, auch bei den Beintechniken, die Deckung nicht zu vernachlässigen. Lässt man seine Arme für den Moment des Trittes fallen, öffnet sich für den Gegner für eine Vielzahl von Konter. Er hat freie Auswahl und wir sind völlig offen und nicht geschützt. Nach einem sehr lehrreichen und intensiven Start ins Seminar, gab es nach dem Training spannende Mondos und schöne Musik. Ein langer Tag ging zu Ende.


Ich freue mich auf die Veränderung der Prüfungsordnung, welches Sensei Christian angesprochen hatte. Es wird für alle eine neue Herausforderung werden und somit Teil des Weges sein. Am Sonntag beschäftigten wir uns hauptsächlich noch mit Kakie und deren Anwendungen daraus, sowie einzelnen Falltechniken. Es war eine weitere Herausforderung, in die Distanz des Gegners hineinzugehen um eine Wurftechnik anzuwenden. Ich fand es eines der aufregendsten und intensivsten Seminare, die ich bisher besucht hatte. Es öffnete sich für mich wieder einen völlig neuen Einblick. Weg von den Grundstellungen, rein in die freie Anwendung, entspannt und zentriert und gleichzeitig voller Energie. Wir mussten zusätzlich die Aufmerksamkeit haben, uns auf diesem engen Raume zu bewegen, ohne den anderen zu stören. Die richtige Haltung zu finden bei den Übungen, nicht zu schwach, aber auch nicht zu stark anzugreifen. Sein Ego zurückzunehmen und dem Partner nicht immer deutlich machen, dass die Technik jedes mal durchkommen würde. Diese Eindrücke und noch viele mehr werden mir in guter Erinnerung bleiben.


Ich bedanke mich vielmals bei Sensei Christian Lind, Sensei Peter Schömbs und Sensei Matthias Degen, die uns dieses Seminar ermöglicht haben. Es war allgemein eine sehr angenehme Atmosphäre. Ich freue mich aufs nächste Mal.


Liebe Grüsse,

Florian Schär Karateschule Shenxin / Pratteln, Schweiz



„JiyuWaza aus dem Prüfungsprogramm“ lautete das Seminarthema vom 4. bis 6. März im Budokan Bensheim. Mit vier weiteren Mitstreitern aus dem Dojo Cottbus traf ich am Freitagabend ein. Da das Training schon vor einer Stunde begonnen hatte, schauten wir beim Rest zu. Sensei Ursel Gantkes Erläuterungen zur Übung der Kata Heian 4 und 5 waren für mich sehr hilfreich, um auf bestimmte Details in Zukunft besser zu achten.

Es war eine Freude für mich, so viele Karatebegeisterte zu sehen, mit ihnen zu üben und sich gedanklich auszutauschen. Sensei Christian Lind und weitere BSK-Hauptlehrer stellten uns Jiyu-Waza-Techniken aus dem überarbeiteten Prüfungsprogramm vor.


Sehr wichtig für mich ist es (nicht nur) in der Kumiteübung, den Geist zu sammeln und im Hara zu konzentrieren, da ich ein „Kopfarbeiter“ bin und deshalb oft im Schulter-und Nackenbereich Verspannungen habe. Entscheidend für eine gute Technik ist, zuerst den Schwerpunkt abzusenken und dann nach vorn zu gehen. Da ich dazu neige, eher mit dem Kopf vorzustürmen, war das ein sehr guter Hinweis für mich. Trotzdem dachte ich nicht immer daran, so dass mich höhergraduierte Trainingspartner öfter auf verspannte Schultern und einen zu hohen Stand aufmerksam machten. Gut fand ich auch, mit vielen „Unbekannten“ trainieren zu können, sich immer wieder neu einstellen zu müssen. Im eigenen Dojo weiß ich mehr oder weniger, wie sich jeder bewegt, was ich erwarten kann.


Ein klasse Erlebnis war es für mich, mal einen BSK-Hauptlehrer als Übungspartner zu haben (hier Sensei Peter Schömbs). Ebenso hat mir das gemeinsame Musizieren gefallen. Ich spürte den Geist der Gemeinschaft und wie uns das Singen, Gitarrespielen und Im-Takt-Klopfen vereint. Nur zum Schluss wollten mir immer wieder die Augen zufallen. Hier hieß die Aufgabe, durchzuhalten und der Müdigkeit nicht nachzugeben. Also wieder eine Karateübung.

Auf der Rückfahrt haben wir im Auto zur Musik gesungen und geklatscht. (Na wenn das nicht durch den Abend zuvor inspiriert war!) Nach fünfeinhalb Stunden kamen wir sicher in Cottbus an.


Jede gemeinsame Fahrt zum Seminar schweißt uns als Dojogemeinschaft mehr zusammen. Vielen Dank an alle Mitstreiter aus dem Budokan und den anderen Dojos für die unvergesslichen Eindrücke.


Bernd Melcher ZEN-Karate Cottbus e.V

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