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Ninjutsu – Hebel / Werfen / Rollen / Fallen

von Eva Lind

14.11.2015 – 15.11.2015

Mal abgesehen von der grossen Freude ,endlich wieder im Budokan Bensheim zu sein, erwartete uns dort ein Seminar über die Grundlagen des Ninja-Taihenjutsu und Jutaijutsu. Gelehrt wurden grundlegende Roll-und Falltechniken,Hebel und Würfe. Geleitet wurde das Seminar durch Sensei Peter Schömbs. Nach der Begrüssung der Lehrer und der anderen Seminarteilnehmer im Budokan, ging es in den 1.Teil des Seminares. Das sollte sich gleich zu Beginn in der Aufwärmphase sehr „ interessant“ gestalten. Einer unserer Teilnehmer fror zu Beginn etwas. Dem konnte unser Lehrer Sensei Peter Schömbs Abhilfe leisten! Verschiedene Partnerübungen mit der Aufmerksamkeit auf das Sabaki, sowie diverse Tierarten und die Nachahmung derer Bewegungsabläufe ,machten uns ganz schön zu schaffen und sorgten für ausreichende Betriebstemperatur, mit der wir dann gleich zum Fallen und Rollen übergehen konnten.

Wer denkt, dass Rollen und Fallen doch eine leichte Übung ist, ist lange nicht am Boden gewesen oder übt keine Kampfkunst aus.Im Ninjutsu sind das Techniken,die jeder beherrschen sollte, weil sie zum Ninjutsu grundlegend dazugehören. Auch beim Fallen und Rollen ist die richtige Atmung zu beachten! Ausserdem schützt uns die exakte Körperbewegung vor Verletzungen. Deshalb bedarf das Erlernen dieser Techniken eines sehr guten Lehrers. Den wir in Sensei Peter Schömbs haben! Wir müssen lernen den Schwerpunkt runter zu bringen und beim Rollen und Fallen auszuatmen. Eine weitere Schwierigkeit ist das „leise“ Rollen. Bei unserem Sensei sieht alles einfach und leicht aus und man „hört“ ihn nicht beim Rollen! Was sich aber für uns als schwierig erweisst.

Vielleicht fragt man sich beim Lesen des Berichtes,warum man unbedingt das Fallen üben muss? Bei den Wurftechniken ist es wichtig,dass wir richtig fallen und dabei die Prinzipien beachten. Oft fällt man auch aus grösserer Höhe und dabei ist natürlich die Verletzungsgefahr gross. Und Rollen sind im Ninjutsu, Entkommenstechniken. Sensei Peter Schömbs ist auf die Verletzungsmöglichkeiten durch falsche Atmung,verkehrte Winkelstellung der Gelenke, zu wenig Körperspannung ,Kopfhaltung,die Benutzung der Hände zur Stabilisierung oder zum Abschlagen auf dem Boden,um den Fall zu entschärfen, eingegangen.Oder das Nichtbenutzen der Hände, um weicher und schneller zu rollen.Es gibt viele Möglichkeiten des Rollens und Fallens,so dass es doch viel Zeit in Anspruch genommen hat, bis wir es einigermassen hinbekommen haben.

Bei den Hebel-und Wurftechniken,die wir in diesem Wochenendseminar durchgenommen haben, kommt es im Grunde genommen,auf die selben Prinzipien an. Sobald wir eine davon ausser Betracht lassen, kann es sein,dass wir unseren Partner verletzen oder der Wurf oder der Hebel nicht korrekt ausgeführt werden kann und somit die Wirkung,die er erreichen soll, ausbleibt! Sensei Peter Schömbs zeigte uns verschiedene Hebeltechniken,erläuterte die Wirkungsweise sehr ausführlich und zeigte uns ,dass man aus einer grundlegenden Form des Hebels, ganz viele Abweichungen entwickeln kann..Das war sehr anschaulich und bis ins kleinste Detail erklärt, aber es war oft recht schwierig umzusetzen.

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön auch an Florian, der seine Gelenke für uns zur Demonstration zur Verfügung stellte! Nach den ersten beiden Trainingseinheiten, waren doch alle ziemlich kaputt!Die Körper schmerzten im Ganzen! Ein gemütlicher Abend folgte dem anstrengenden Training. Beim Essen und guten Gesprächen ließen wir ihn ausklingen und alle zog es doch recht zeitig in den Schlafsack. Denn am nächsten Morgen ging es,nach einer Aufwärmung mit Wechsel zwischen“normaler Aufwärmung“ und einer echten Herausforderung an den eigenen Körper, mit mehr oder weniger Muskelkater in die 3.Trainingseinheit. Wir wiederholten teilweise die Rollen und das Fallen vom Vortag, erlernten aber auch neue Möglichkeiten des Herangehens an diese Techniken,um diese zu perfektionieren. Auch die Hebel und Würfe wiederholten und intensivierten wir und lernten durch Sensei Peter Schömbs noch einen durchaus schwierigen Wurf kennen, den allseits „ beliebten“ Ganseki nage! Aber am Ende des Seminars kamen wir schon ganz gut mit ihm zurecht: Nun heisst es weiterhin Üben ,damit wir das Erlernte nicht vergessen und richtig ausführen können.

Ein großer Dank geht an meinen Lehrer Sensei Peter Schömbs , für das tolle und sehr lehrreiche Seminar !

Uta Cramer
Dojo Volkmarshausen

Am Wochenende vom 14.11.2015 – 15.11.2015 fand im Budokan Bensheim das Ninjutsu Seminar mit den Themen Hebel, Werfen, Rollen und Fallen unter der Leitung von Sensei Peter Schömbs statt. An beiden Tagen wurden dementsprechend nach dem Aufwärmen Elemente aus dem Taihenjutsu (Körperbewegungen, darunter Roll- und Fallübungen) und dem Jutaijutsu (u.a. Hebel- und Wurftechniken) gelehrt.

Gerade bei den Fallübungen ist mir nochmal deutlich geworden, wie wichtig es ist sich mit den Grundlagen vertraut zu machen. Wenn ich langsam aus einer kleinen Übungshöhe falle und falsch abschlage, so komme ich vielleicht etwas härter auf – die Auswirkung auf mich ist allerdings gering. Wenn ich aus einer großen Dynamik heraus falle und falsch abschlage, so kann das zu gebrochenen Handgelenken führen. Zum einen hat Sensei Schömbs uns mehrfach darauf hingewiesen, zum anderen konnten wir Niedergraduierten das auch am Beispiel der Höhergraduierten sehen, wie sie aus voller Dynamik ihre Fallübungen durchgeführt haben. Das führte mich zu den Fragen: Habe ich bei den Fallübungen auch genügend Körperspannung? Habe ich meine Hüfte tief genug beim Rollen abgesenkt und rolle ich sauber über den Rücken?

Bei den Übungen des Jutaijutsus haben wir Variationen verschiedener Hebel trainiert. Als diese vorgeführt wurden dachte ich meist, dass ich verstanden habe wie sie funktionieren. Allerdings war die Anwendung oftmals nicht so leicht wie gedacht und meine Ansätze haben ihre Wirkung verfehlt. Meine Trainingspartner und die Übungsleiter haben mir hilfreiche Anmerkungen gegeben woraufhin ich meine Hebelwirkungen verbessern konnte. Sensei Schömbs hat bei den Übungen betont, dass man sich auch nicht nur auf die Arme konzentrieren soll, sondern darauf achten soll den ganzen Körper einzusetzen und das in einer fließenden Bewegung.

Nicht zuletzt bedeutet die Silbe „tai“ in Jutaijutsu oder Taihenjutsu übersetzt „Körper“. Funktionieren meine Hebel nicht, weil ich nur mit den Armen arbeite? Habe ich vielleicht deshalb Schwierigkeiten beim Aufstehen nach einer Rolle, weil ich meinen Körper nicht klein genug gehalten habe? Oder weitergedacht zum Dakentaijutsu. Stand hinter meinem Tsuki tatsächlich auch die Kraft meines Körpers oder lediglich die meiner Arme?

Damit möchte ich mich nochmals bei Sensei Peter Schömbs, Senpai Florian Geyer und allen anderen Teilnehmern, die mir alle mit hilfreichen Tipps zur Seite standen, bedanken. Ebenso für die Zeit nach dem Training und während den Pausen, die trotz Ermüdungserscheinungen kurzweilig war. Auf alle Fälle bringt es viel mit unterschiedlichen Leuten zu üben und sich auf diese einzustellen. Alleine deshalb lohnt es bereits sich aus dem gewohnten Heimatdojo herauszuwagen.

Karsten Kupferschmidt
Speyer

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