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Kihon – Kombinationen

von Eva Lind

22.04.2016 – 24.04.2016

Kihon Kombinationen war das Seminarthema am vergangenen Wochenende in Bensheim. Das Seminar bot einen Einblick in die große Welt der Kombinationen von Karatetechniken und den damit verbundenen Körper- und Extremitätenbewegungen. Ausgehend von grundlegenden Taisabakiübungen wurden die im Kihon erarbeiteten Prinzipien mit Partner und an Pratzen/ Medizinbällen in die Anwendung gebracht.

Es war ein Seminar, bei dem ich weniger körperlich als vielmehr hinsichtlich meiner Auffassungsfähigkeit an meine Grenzen gelangte, besonders mit fortschreitender Übungsdauer. Sensei Matthias Degen gelange es, besonders im Bereicht der Rythmik unerschiedliche Akzente in Bewegungskombinationen zu demonstrieren. Man hat beim Zusehen den Eindruck, es müsse einfach so sein. Erst in der eigenen Übung merkt man, wie viel Routine, Feingespür und Körpererfahrung hinter solchen Bewegungen steckt!

Mein Dank gilt allen Teilnehmenden und natürlich Sensei Matthias Degen

Peter Mußler
Saarbrücken

 

Unter dem Seminarthema „Kihon Kombinationen“ darf man sich nicht nur das Erlernen von Technikkombinationen vorstellen; das wäre nur ein oberflächliches Ankratzen der eigentlichen Thematik, denn es ging um viel essentiellere Punkte. Sensei Matthias Degen gab uns einen Leitfaden an die Hand, um die Qualität unseres Kihons zu steigern und beurteilen zu können.

Was macht eine gute Technik aus? Dass man jede Bewegung mit Aufmerksamkeit begleitet und nicht in Gedanken schon bei der nächsten oder übernächsten Technik ist. Dass die Atmung und deren Einteilung die Technik leitet. Dass die Haltung stimmen muss und der Körper sich als Einheit bewegt. Dass die Konzentration und Spannung im Hara wichtiger ist als die Spannung in der Faust, die den Fauststoß ausführt. Dass die Hüfte Kraft überträgt und für die richtige Distanz den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Dass das Timing stimmig ist und dass der Rhythmus eine Kombination und deren Kraftübertragung ändern kann.

Es ging darum, die Stärken und Vorteile der verschiedenen Kombinationen durch all diese Faktoren herauszuarbeiten, wobei hier zum Beispiel der gyaku oi zuki durch seine spezielle Ausführung – eine Bewegung, die weder ein gyaku zuki noch ein oi zuki ist sondern eine Mischung – eine besondere Herausforderung darstellte. Durch Klatschen und Zählen wurden uns verschiedene Rhythmen näher gebracht, die in Partnerübungen mit und ohne Pratzen ausprobiert werden konnten.

Viel Wert wurde auf das Ausführen der Techniken aus der Mitte gelegt, denn auch unter Beachtung aller einzelnen Punkte ist die Technik nicht effektiv ohne Konzentration und Spannung im Hara. Zudem wurde besonders auf die Unterschiede zwischen den Hüftstellungen (jun kaiten, gyaku kaiten, hanmi und gyaku hanmi) hingewiesen. Die Überbrückung der Distanz durch die Wahl der richtigen Hüftbewegung, durch Ausfallschritt (chakuchi), suri ashi, yori ashi und sashi ashi wurde in Partnerübungen trainiert.

Meine Erwartungen an dieses Seminar wurden in jeder Hinsicht übertroffen. Wenn ich über die verschiedenen Aspekte nachdenke fügen sich die Bausteine in meinem Kopf zu einem Gesamtbild zusammen. Die gleichzeitige Umsetzung aller Faktoren, egal ob in einer einzigen Technik oder einer Kombinationen, ist eine sehr komplexe Aufgabe, aber die Gebrauchsanweisung habe ich dank dieses Seminars verstanden. Danke an Sensei Matthias Degen für die Einsicht, die dieses Seminar vermittelt hat und vor allem für seine Geduld und sein Verständnis, als allen Teilnehmern die Köpfe rauchten…

Sabine Albert-Brady
SKKS Bonn

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