Start Seminarberichte Churyaku no maki

Churyaku no maki

von Jacqueline Auen

26. - 27. Oktober 2019

7 Kombinationen. 2 Tage. 1 Dojo. 1 Sensei. Und jede Menge Schmerz. Das fasst das Churyaku no maki Seminar vom 26.-27. Oktober eigentlich ganz gut zusammen. Aber natürlich werde ich damit dem Seminar doch nicht ganz gerecht, beginne ich also von vorne: Am Samstagmorgen, nachdem alle trotz der deutschen Bahn angekommen waren, begannen wir mit einer sehr entspannten Aufwärmung. Das war aber auch gut so, denn alle körperliche und geistige Energie sollten wir später noch gut brauchen.

Schnell ging es dann aber auch richtig los, schließlich hatten wir viel vor: Die Churyako no maki beinhaltet sieben verschiedene Kombinationen, die für manche von uns auch noch völlig neu und weder ganz kurz noch ganz unkompliziert waren. Zum Glück führte Sensei Peter Schömbs uns langsam und geduldig an die Techniken heran, sodass die ganz große Verwirrung ausblieb (für die kleine und mittlere war allerdings für mich immer noch genug Raum). Aber nicht nur der Ablauf war eine Herausforderung; im Gyokku Ryu (dessen die Churyaku no maki ein Teil ist) besteht der Trick darin, dem Angreifer durch Schmerzen die Lust an weiteren Angriffen zu nehmen - das machte allein schon den Willen zum Angreifen zu einer immer schwerer werdenden Übung. Was immerhin beweist, dass meine diversen Trainingspartner wohl vieles richtig gemacht haben.

Aber das Seminar bestand natürlich nicht nur aus Training - genauso viel Zeit verbrachten wir im Aufenthaltsraum, mit Espresso (mittags) oder Bier und Pizza (nicht mittags) und vielen interessanten Gesprächen, mit denen die Zeit wie im Flug verging. Dank der Zeitumstellung hatten wir eine Stunde mehr Schlaf, dennoch waren die meisten von uns am Sonntagmorgen nicht ganz so frisch wie samstags. Doch trotz Muskelkater und/oder Blessuren begaben wir uns ohne Schwund für das dritte und letzte Training pünktlich ins Dojo. Und siehe da: es lohnte sich.

Wir lernten die letzten beiden Techniken, aber es blieb auch genug Zeit für Wiederholungen und Varianten der eigentlichen Kombinationen. Nach beinahe drei Stunden fasste dann unser Sensei die Situation so gut zusammen, dass ich ihn hier kurz zitieren möchte, weil ich es selbst nicht besser ausdrücken könnte: "Alle sind kaputt." Das passiert eben, wenn man, statt das Wochenende auf der Couch zu vergammeln in den Budokan kommt. Aber ich glaube, ich bin nicht die Einzige von uns, die das sehr gerne in Kauf genommen hat.

In dem Sinne auch: Vielen Dank an Sensei Peter Schömbs für dieses interessante Seminar und natürlich meine Mitninjas, die ja auch einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben, dass es eben nicht nur eine Zusammenstellung aus ein paar guten Trainings, sondern auch ein schönes Wochenende wurde.

Valerie Voll
Budokan Bensheim

Auch interessant

Kommentieren