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Reise nach Okinawa / 3

Monumente-Suche &Sensei Hokama Tetsuhiro & sein Karatemuseum

20.08.2005

Okinawa_37Für den heutigen Tag hatten wir uns vorgenommen, einige berühmte Karate-Monumente zu finden, von denen es in Naha und Umgebung sehr viele gibt. Mit Hilfe einer detaillierten Karte von Naha und dem Buch „Karate Site Guidance“ von Hokama Tetsuhiro, waren wir guter Hoffnung, die Monumente leicht finden zu können. Diese Annahme sollte sich aber leider schon bald als großer Irrtum herausstellen und es folgte ein langer Tag mit noch viel längeren Fußmärschen. Aber dazu später mehr.
Wir fuhren mit der Einschienenbahn zur Station Miebashi und liefen von dort aus nach Tomari, wo wir das Monument von Matsumora Kôsaku (????? 1829 – 1898), einem bekannten Karate-Meister aus Tomari finden wollten. In dem Buch von Hokama Sensei war zu lesen, dass sich dieses Monument im Shinyashiki Park in Tomari befindet. Der Park war jedoch in unseren Karten nicht eingezeichnet und auch die meisten Passanten, die wir in Tomari fragten, Okinawa_38hatten noch nie etwas von dem Park oder gar dem Monument gehört.
Kurz bevor wir die Hoffnung schon aufgeben wollten, wusste ein Taxi-Fahrer den Weg und fuhr uns zum Shinyashiki „Park“. Erschreckenderweise mussten wir feststellen, dass dieses Monument nicht in einer schön hergerichteten Anlage zu finden war (worauf der Name des Gebiets ja hinwies), sondern zwischen riesigen Häuserblöcken versteckt auf einem sehr kleinen Bolzplatz stand, auf dem sich gerade ein paar Jugendliche gelangweilt einen Baseball zuwarfen. Enttäuscht machten wir uns nach ein paar Fotos wieder auf den Weg um das Grab von Matsumora auf dem Gelände des Ameku Seigengi Tempels in Tomari zu finden. Nach einigen hundert Metern fanden wir den Tempel mit dem daneben liegenden Friedhof. Über eine Stunden suchten wir dort das Grab von Matsumora in der prallen Mittagshitze, und nachdem wir uns alle einen Sonnenbrand eingefangen hatten und uns der Schweiß nur so vom Körper lief, beschlossen wir unsere Suche aufzugeben.
Friedhöfe scheinen auf Okinawa übrigens eine andere Stellung zu haben, als beispielsweise in Deutschland. Diese Plätze sind teilweise sehr dreckig und überall zwischen den Gräbern, die der Autor George H. Kerr als „turtle-back-tumb“ bezeichnet, liegt Müll und auch einige Obdachlose scheinen hier ein Zuhause gefunden zu haben.
Okinawa_39Thomas erzählte mir, dass früher auch einige Karate-Meister auf Friedhöfen trainiert haben sollen, um dort ungestört zu sein und vielleicht auch, weil die Mauern der Gräber den anderen Menschen die Sicht auf den Übenden verwehrt haben.
Nachdem wir uns in einem kleinen Restaurant mit Okinawa Soba und viel kaltem Wasser ,welches es übrigens immer kostenlos und in jeder Menge gibt, gestärkt hatten, liefen wir zum Fukushu en Park, wo wir das Monument der 36 Familien finden wollten. Wir hatten diesen Park zwar schon einige Tage zuvor besichtigt, jedoch wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem Monument der 36 Familien und vielleicht hatten wir diesen historischen Stein einfach nicht wahrgenommen.
Zufälligerweise kamen wir auf dem Weg dorthin an einem internationalen Friedhof (Tomari International Cemetry) vorbei, wo wir das 1964 errichtete Monument zu Ehren von Commodore Perry fanden (Foto oben links), der im Jahre 1853 nach Okinawa kam. Außerdem durchquerten, wir auch den Hafen von Tomari, wo sich das Tomarin, ein fünfzehn-stöckiges Abfertigungsgebäude mit Supermärkten, Restaurants, Aufenthaltsräumen etc. befindet.
Nachdem wir im Fukushu en vergeblich nach dem Monument der 36 Familien gesucht hatten, schlenderten wir in den gegenüberliegenden Matsuyama Park, woOLYMPUS DIGITAL CAMERA wir zufällig ein weiteres Monument fanden (Foto oben rechts): Das Monument von Higashionna Kanryo (????? 1853-1915/16), dem Lehrer von Miyagi Chôjun (???? 1888-1953), dem Begründer des gôjû ryû.
Wir machten einige Fotos und erholten uns eine Weile im Park. Wir sind an diesem Tag sehr viel gelaufen und ich kann mich noch gut an meine schmerzenden und wunden Füße erinnern.
Der Matsuyama Park ist optisch nicht sehr ansprechend. Die Teiche, in denen viele Schildkröten umher schwimmen, sind grün, überall findet man streunernde kleine Kätzchen und auch einige Obdachlose liegen schlafend auf den Parkbänken. Plötzlich entdeckten wir das Monument der 36 Familien (Foto links), was sich nicht, wie ursprünglich angenommen, im chinesischen Fukushu en Park befindet, sondern auch hier im Matsuyama Park steht.
Okinawa_41Nach dieser strapaziösen Suche hatten wir erst einmal genug von Steinen und keine Lust mehr weiter durch die pralle Sonne zu laufen. Also entschlossen wir uns mit der der Einschienenbahn zur Haltestelle Kenchô mae und von dort aus mit dem Taxi nach Uehara, einem Stadtteil von Nishihara zu fahren, wo sich das Dôjô und das Karate- und Kobudô-Museum von Sensei Hokama Tetsuhiro ???? (9. Dan), einem bekannten Lehrer des gôjû ryû befindet. Wir hatten einen Tag zuvor bereits mit Hokama Sensei telefoniert, um unseren Besuch anzukündigen, und glücklicherweise verfügt Hokama Tetsuhiro über gute Englischkenntnisse, so dass wir uns alle gut mit ihm verständigen konnten.
Vor seinem Dôjô entdeckten wir gleich, das nächste Monument: „Monument der Geburtsstätte des Karate“ und so langsam bekamen wir den Eindruck, dass Monumente in Okinawa wohl sehr beliebt sind. Wir standen auf der Straße, tranken ein kühles Getränk und mussten noch eine Weile warten, da wir viel zu früh in Nishihara angekommen waren. Plötzlich öffnete sich ein Fenster im ersten Stock des Gebäudes und Hokama Sensei schaute hinaus, lächelte uns zu und bat uns noch einen Augenblick zu warten, er würde gleich nach unten kommen. Okinawa_42
Wenig später begrüßte er uns an der Tür, zeigte uns sein Dôjô, welches für okinawanische Verhältnisse relativ groß ist und führte uns ein paar Stufen zu einer Ballustrade hinauf, wo sich sein Karate-Museum befindet. Wir lernten Hokama Sensei als einen sehr lebensfrohen, witzigen und freundlichen Menschen kennen, der uns geduldig alle Frage beantworte und uns mit leidenschaftlichen Erzählungen durch sein Karatemuseum führte. Er trägt zwei Doktortitel und ist außerdem ein Meister der Kalligraphie. Sein Museum ist ein wahrer Schatz und jedem Karateka, würde das Herz, beim Anblick der vielen Fotos, der historischen Berichte, Waffen, Bücher und Kalligraphien, höher schlagen.
Bei unseren Gesprächen stellte sich heraus, dass er sich intensiv für Kyûshojutsu (negative Vitalpunktstimulation) interessiert und gerade dabei ist, darüber Informationen zu sammeln, weilOkinawa_43 er zu diesem Thema ein Buch schreibt. Wir erzählten ihm, dass unser Sensei Werner Lind, dieses Thema sowohl in Büchern als auch auf Videos des Budo Studien Kreises recht ausführlich behandelt hat und dass Kyûshojutsu im BSK ein wichtiges Studienelement ist. Wir schenkten ihm eine DVD des BSK (Naihanchi/Tekki), auf der viele Methoden des Kyûshojutsu von Sensei Lind erläutert werden. Er zeigte großes Interesse an den Forschungen des BSK, und daher luden wir ihn ein, uns während seiner anstehenden Europa-Tour, im Budôkan Bensheim zu besuchen. Darüber war er sehr erfreut und wir vereinbarten, dass er am 28.09.2005 das Honbu Dôjô des BSK in Bensheim besucht, dem Trainingsbetrieb beiwohnt und mit den Hauptlehrern des BSK über Kyûshojutsu diskutiert. Einen Bericht über dieses Treffen findet Ihr übrigens in einer der aktuellen Ausgaben des Newsletters.
Nachdem wir sein Karate-Museum besichtigt hatten, durften wir bei dem, um 18.00 Uhr stattfindenden Kindertraining zusehen und es bereitete uns große Freude zu beobachten, wie herzlich und kindgerecht Hokama Sensei dieses Training leitete. Die Kinder übten die Kata Fukyugata I+II, Sanchin, Anwendungen (ôyô), sowie einige Bô-und Nunchaku-Formen. Okinawa_44
Und es war schon sehr witzig anzusehen, wie die Kinder mit ihren Soft-Nunchaku herumfuchtelten und sie dabei immer wieder aus den Händen fallen ließen. Aber das störte die Kleinen nicht, und sie übten unbeirrt un offensichtlich mit viel Freude weiter. Am Ende des Training durften sie sogar einige dünne Holzbretter durchtreten und übten auch einige Handbefreiungstechniken (Te hodoki). Nach dem Training unterhielten wir uns noch eine Weile mit dem Sensei und machten uns dann auf den Heimweg nach Oroku.
Karate-Museum von Hokama Tetsuhiro:
147-2 Uehara, Nishihara Town
Tel & Fax: 098-945-6148
Eintritt: 100 Yen

 

Tsuboya Pottery Village & Museum

21.08.2005

Okinawa_46jpgHeute fuhren wir mit der Einschienenbahn bis zur Haltestelle Asato und liefen von dort aus zu Fuß zum Tsuboya Pottery Village, welches, wie der Name schon sagt, im Stadtteil Tsuboya in Naha liegt. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir übrigens das Dôjô von Higaonna Morio, welches wir ein paar Tage später besuchen wollten.
Der Hauptteil des Tsuboya Pottery Village besteht aus einer langen Straße, auf der sich über 20 Töpferwaren-Lädchen befinden. Die Straße ist sehr schön anzusehen, da sie noch mit großen, zum Teil unebenen Steinen gepflastert ist und die Gebäude der kleinen Läden nicht aus Beton, so wie es auch die anderen neuen Häuser in Naha sind, sondern allesamt aus Holz gefertigt wurden.
Im Inneren der Geschäfte findet man getöpferte Shisa (traditionelle, okinawanische Löwen), Tassen in unterschiedlichen Größen, Tee-Schalen, Teller, Sake-Schälchen, Essstäbchenhalter, Vasen etc. in unterschiedlichem Design, aber doch eben unverkennbar typisch okinawanisch. Beliebte Motive sind Fische, Löwen und das Dekor ist mit gesprenkeltem oder spiralenförmigen Mustern meist sehr farbenfroh. Besonders die Shisa findet man in nahezu jedem Geschäft und Sie sind in ganz unterschiedlichen Farben und Formen gefertigt– manche sind in einer der traditionellen Formen dargestellt und manche wirken abstrakt und fast schon grotesk. Eines der Geschäfte bot sogar Zushi game (Urnen) an, welche wesentlich größer sind, als die typisch westlichen Urnen. Der Grund dafür liegt ist, dass die Überreste des Verstorbenen nicht verbrannt werden, sondern nach einiger Zeit der Aufbewahrung die gesäuberten Knochen in die Zushi game gelegt werden.
Wir schlenderten durch die Straße von Geschäft zu Geschäft, kauften ein paar Mitbringsel für uns und unsere Familien und die Zeit verging nur so im Flug. Am Ende der Straße, kurz bevor sie in die Heiwa dori mündet, entdeckten wir das Tsuboya Pottery Museum, welches wir natürlich auch besuchten. Es ist wirklich sehr interessant und man erfährt hier einiges über das Herstellungsverfahren, die Geschichte, die Fundorte, die Formen und den Verwendungszweck der Töpferware. Wer sich im Pottery-Viertel von Naha befindet, sollte dieses Museum auf keinen Fall verpassen.Okinawa_45
Anschließend schlenderten wir noch eine Weile durch die Heiwa dori und die angrenzenden Geschäftsstraßen und fuhren schließlich zurück zu Hotel. Am Abend trafen wir uns erneut im Jusco, wo Alex und Thomas an diesem Abend das okinawanische Bier testeten. Das Bier, dessen Brauerei sich in Nago befindet, trägt den Namen Orion und Hopfen und einige weitere Zutaten, werden übrigens direkt aus Deutschland importiert.
Tsuboya Pottery Museum:
1-9-32 Tsuboya, Naha, Okinawa, Japan 902-0065
http://www.naha-okn.ed.jp (auf japanisch)
Open: Jeden Tag, außer Montags 10-18.00Uhr
Eintritt: 315 Yen

Zakimi Ruinen & Ryûkyû Mura

22.08.2005

Okinawa_48Heute sind wir mit dem Bus nach Yomitan, einer Stadt in Zentral-Okinawa, gefahren und haben uns dort die Ruinen des Schlosses Zakimi angesehen. Das Schloss ist nur sehr klein, aber trotzdem sehr interessant, gerade wenn man weiß, welche historischen Begebenheiten sich hier ereignet haben sollen. Es zählt heute zu den Weltkulturerben der UNESCO und unterscheidet sich zu anderen Schlössern in Zentral-Okinawa dahingehend, dass es nicht auf Kalkstein, sondern auf roter Erde, die man kunigama-ji nennt, erbaut wurde. Es wurde 125m über dem Meeresspiegel errichtet und die Wände bestehen aus Ryûkyû-Kalkstein.
Man geht heute davon aus, dass Lord Gosamaru (der Aji von Yuntanza) das Schloss Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet hat und es zu dieser Zeit Yuntanza Gusuku genannt wurde. Die Geschichte dieses Schlosses, Okinawa_51welches Lord Gosamaru nur kurze Zeit bewohnte, ist verbunden mit den Schlössern Katsuren und Nakagusuku und wurde bereits im Bericht von Tag Sechs näher erläutert.
Nachdem wir die Ruinen des Schlosses besichtigt hatten, fuhren wir mit dem Bus weiter nach Onna, wo sich das Ryûkyû Mura (Ryûkyû Dorf) befindet. Es handelt sich hierbei um einen Themenpark, in dem ein historisches okinawanisches Dorf mit traditionellen Häusern nachgebildet wurde. Die frühen Häuser wurden so stabil gebaut, dass sie gegen Typhoone möglichst resistent waren und in den heißen okinawanischen Sommern im Inneren kühl blieben. Im Inneren dieser nach gebauten Häuser trifft man immer wieder auf Park-Mitarbeiter, die den Besuchern Tee ausschenken, Sanshin-Unterricht anbieten (Prototyp der japanischen Shimasen) oder okinawanische Erzeugnisse verkaufen.
Okinawa_52Natürlich findet man auch in diesem Park die berühmten okinawanischen Löwen (shisa) an den Häusern, die ursprünglich aus China kamen und vor bösen Geistern und Dämonen schützen sollen. Auch die schützende Wand vor den Hauseingängen (Hinpun) die den bösen Geistern und Dämonen den Zutritt zum Haus verwehren soll, durfte in diesem Park natürlich auch nicht fehlen. Ein weiteres Merkmal der okinawanischen Architektur sind die typischen rot, grauen Dachziegel, die zum ersten Mal im Jahre 1273 in Okinawa hergestellt wurden.
Verkleidete Parkangestellte demonstrieren verschiedene Arbeiten im Dorf, sowie das traditionelle Anfertigen von Kunst- und Gebrauchsgegenständen (z.B. Keramik, Bingata etc.), Okinawa_53das Weiterverarbeiten von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (z.B. Rohrzucker), sowie traditionelle Tänze.
Kim und Kimi sind übrigens Kobolde und die Maskottchen des Ryûkyû Mura. Legenden erzählen, dass die Kijimuna in den Banyan Bäumen leben. Auf dem Foto (oben rechts) sieht man ein Kijimuna-Haus auf einem Banyan-Baum und davor eine dieser Koboldfiguren. Man findet Plakate und Plastiken dieser putzigen Figuren überall in der Gegend um die Stadt Onna herum.
Auf dem rechten Foto sieht man Eisa-Tänzer. Der Tanz Eisa wird für die Seelen der Verstorbenen getanzt und das Wort Eisa stammt vermutlich vom religiösen Gesang betender Buddhisten.
OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Park ist umgeben von der reichen okinawanischen Vegetation und auf den Wegen durch das Parkgelände entdeckt man nicht nur schöne Bäume mit tropischen Früchten, sondern trifft manchmal auch auf eine große okinawanische Spinne, die man mit ihrer leuchtend gelben Farbe immer wieder zwischen den Bäumen Häusern auf der Insel in ihrem großen Spinnennetz hängen sieht.
Leider war das Wetter bei unserem Besuch wieder sehr wechselhaft und es gab immer wieder heftige Regenschauer.
Nach dem Besuch im Ryûkyû Mura, wo man sehr viel über das okinawanische Leben und die Kultur der Insel erfahren konnte, fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hotel nach Naha.

Zakimi-Schloss: Okinawa_57
708 Zakimi, Yomita-son, Nakagami-gun, Okinawa
Eintritt: frei
Management/Inquiries:
Yomitan Village of Board of Education
Culture Promotion Section
708-6 Zakimi, Yomitan Village
Okinawa 904-0301 Japan
Tel.: 098-958-3141
Ryûkyû Mura:
1130 Yamada Onna Village
Tel: 098-965-1234
Fax.:098-965-3457
www.ryukyumura.co.jp (auf japanisch)
Eintritt: 840 Yen
täglich geöffnet

 

Katsuren Ruinen, Teruma Beach, Moon Beach & Higaonna Morio

23.08.2005

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHeute sind wir vom Naha Bus-Terminal, den man am Besten von der Monorail-Haltestelle Asahibashi erreicht, mit dem Bus Nr.52 direkt bis zur Haltestelle vor den Katsuren Ruinen gefahren. Diese befinden sich in Haebaru an der Unterseite der Katsuren Halbinsel, die aus dem Pazifik hinausragt. Man musste von der Haltestelle einen kurzen, steilen Hang hinauf gehen, und über eine große Treppe gelangte man schließlich zum Schloss hinauf. Von oben hatte man eine herrliche Aussicht und durch das klare, sonnige Wetter, konnte man sogar die Insel Hamahiga im Meer erblicken. Die Geschichte des Schlosses und die ihres Herrschers Amawari wurde bereits ausführlich im Bericht von Tag Sechs erläutert.
Alles in allem kann man sagen, dass das Schloss nur sehr klein ist und leider auch nur noch die Grundmauern erhalten sind, aber die Aussicht vom oberen Terrain aus wirklich sehenswert ist. Die Ruinen des Schlosses Katsuren gehören auch den Weltkulturerben der UNESCO an.
Anschließend sind wir mit dem Taxi zum Teruma-Beach gefahren, wo sich leider herausstellte, dass sich dieser Strand zum Schwimmen nicht eignet. Die Wahnschilder vor den Quallen schreckten uns ab, und so beschlossen wir am Strand entlang zu laufen, um nach einer geeigneten Stelle zu suchen. Okinawa_56Weil wir nach ca. einer Stunde zwar viele wunderschöne, bunte Muscheln, aber immer noch keine Bademöglichkeit fanden, ließen wir uns von einem Taxifahrer zum bekannten Moon-Beach, auf der anderen Seite der Insel fahren. Der Taxifahrer brachte uns nicht direkt zum Moon-Beach, sondern zu einem Imbiss eines Freundes, der an einer Stelle steht, wo der Moon-Beach kostenlos ist.
Doch leider war es auch hier nichts mit dem Schwimmen, denn die Ebbe hatte eingesetzt und das Wasser sollte erst gegen 17.00 UUhr wieder zurückkehren. Wir aßen eine Okinawa Soba, tranken ein kaltes Gertränk und inzwischen ist uns die Lust am Schwimmen auch gänzlich vergangen. Dies schien nicht gerade einer unseren Glückstage zu sein. Hinzu kam noch, dass wir in unserer Soba Ameisen und anderes Getier fanden und daraufhin beschlossen, zurück nach Naha zu fahren.
Ich holte im Hotel eine DVD des Budô Studien Kreis und traf mich anschließend mit Thomas und Alex vor dem Dôjo von Higaonna Morio ????? (9. Dan, Gôjû Ryû), welches ganz in der Nähe der Monorail-Haltestelle Asato zu finden ist. Wir bekamen die Erlaubnis beim Abend-Training zuzusehen und der Sensei und seine Schüler empfingen uns ausgesprochen freundlich. Sie boten uns Stühle an und versorgten uns in der Pause mit kaltem Wasser. Es waren insgesamt 5 Schüler im Training, zwei Schwarzgurte, zwei Braungurte und ein Weißgurt. Eine Dan-Trägerin kam aus Neu-Seeland, und sie erzählte uns, dass sie bereits seit fünf Jahren auf Okinawa lebte. Ein weiterer Braungurt kam aus Israel und die restlichen drei Schüler schienen offensitlich Okinawaner zu sein.
Okinawa_60Nach dem Seiza und der Verbeugung vor dem Shômen und dem Lehrer, leitete ein Schwarzgurt die Aufwärmung. Schon während der sportlichen, sehr kraftbetonten Aufwärmung hörten wir immer wieder die, für das Gôjû ryû typische, Ibuki-Atmung. Higaonna Sensei übte währenddessen verschiedene Stellungen (Zenkutsu Dachi, Sanchin Dachi…) im Vor- und Zurückgehen, auch mit traditionellen Übungsgeräten.
Der Sensei übernahm anschließend das Training, und es folgte eine Stunde Krafttraining mit verschiedenen traditionellen Übungsgeräten (Dôgu). Wir sahen Chishi (Steingewicht am Stil), Nigiri game (Krug zum Greifen), Ishisashi (Steinschloss), Tan (Langhantel) etc. Wer sich schon mal eines der Videos von Higaonna Morio angesehen hat, kann sich bestimmt gut vorstellen, wie der 1. Teil des Trainings aussah.
Im zweiten Teil des Trainings wurde Kata geübt: Zwei Schüler übten die Gekisai Dai und die anderen übten die Sanchin Kata. Sensei Higaonna testete bei den Schülern, die ohne T-Shirt die Sanchin Kata übten, immer wieder mit Hilfe von Kata Kitae das richtige Spannungsverhältnis in der Technik, und auch hier hörten wir wieder ganz deutlich die Ibuki-Atmung. Als Higaonna Sensei plötzlich einem seiner Schüler mit voller Wucht in die Weichteile trat, zuckten Alex und Thomas neben mir mitfühlend zusammen, der Schwarzgurt verzog dabei jedoch keine Miene. Ob er es tatsächlich geschafft hatte, durch eine spezielle Technik die Hoden einzuziehen, um dadurch seine sensiblen Weichteile zu schützen? Ich kann es nicht genau sagen.
Am Ende des Trainings wurden noch uns bekannte Kote Kitae und Kakie, verbunden mit Kumi geübt, und in der Zwischenzeit nahm sich Higaonna Sensei dem Weißgurt an, der nun Kihon-Techniken und verschiedene Kräftigungsübungen ausführte.
Das Training hat mir sehr gut gefallen und es herrschte auch eine ausgesprochen gute Übungsatmosphäre. Die Schüler waren höflich und freundlich und als Dank für unser DVD-Geschenk, schenkte uns der Sensei noch eine Broschüre über das Gôjû Ryû, sowie Informationen über die Sehenswürdigkeiten der Insel.
Wir kamen auch heute erst wieder spät zum Hotel zurück und vielen sehr müde in einen tiefen Schlaf.
Okinawa_55

Management/Inquiries:
Katsuren Village Board of Education
3047 Henna, Katsuren Village, Okinawa 904-2392 Japan
Tel.: 098-978-2227
Schloss:
Haebaru, Katsuren-cho, Nakagami-gun
(10 Minuten von Nishihara entfernt)
Eintritt: frei

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