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Kyudo

1-Kyudo-2013
12.07.2013 – 14.07.2013

Kyudo_2013_5Im nun fünften Jahr trafen sich die Kyudoka des BSK zum Seminar um ihre Technik in der Kunst des Bogenschießens zu üben. Doch halt, haben wir nur Technik geübt, weit gefehlt! Gerade die zweite Komponente des Kyudo, den Geist und die Aufmerksamkeit, durften wir wieder üben.
Doch warum erscheint uns Kyudo als so ruhig und meditativ? Nun oberflächlich sieht man Menschen langsam Pfeile mit einem Bogen schießen, doch was steckt dahinter? Im Kyudo wird Aufmerksamkeit und ein gutes Auge von den ersten Bewegungen an verlangt und geübt. Alles beginnt mit dem Ausrichten des Körpers zum Ziel. Was gar nicht so einfach ist, da wir weder Markierungen noch andere Hilfsmittel haben. Wir müssen uns auf unsere Augen verlassen und uns richtig hinstellen. Mit den Zehenspitzen an die Honza (eine imaginäre Linie die unseren Startpunkt angibt) und mit der Mitte unseres Körpers stehen wir frontal zum Ziel. Erst jetzt sind wir bereit Rei zu machen und unsere Kata zu beginnen. Drei Schritte werden nun in Richtung des Ziels gemacht und sich dann seitlich zum Ziel aufgestellt um zu schießen. Wurden diese Schritte nicht genau gesetzt, sollte der Pfeil das Ziel nicht treffen. Tut er es doch, haben wir den Körper verdreht und uns in ein Ungleichgewicht gestellt, die Kata war also nicht korrekt. Ich denke man erkennt nun warum Kyudo langsam ausgeführt wird. Bei jeder Bewegung muss auf eine außerordentliche Präzision geachtet werden.Kyudo_2013_3 Dies geht Hand in Hand mit einem weiteren Gut des Kyudo, der Schönheit der Form. Also würde ein zweites Setzen des Fußes ein doch allzu unharmonisches Bild abgeben. Daraus folgt, eine Bewegung und diese perfekt. Es ist ein langer Weg bis dahin und ich freue mich jedes Mal wenn ich einen Schritt darauf nach vorne gehe. In der vergangenen Woche hat mich jemand gefragt ob es nicht langweilig werden würde etwas immer und immer wieder zu tun und ich konnte voller Freude sagen, „Nein. Nie.“ Kyudo und die Kampfkunst wird nie langweilig oder eintönig. Sicher gibt es Höhen und Tiefen, manche Wege kann man lockeren Fußes beschreiten bei anderen muss man sich durch tiefe Schluchten oder an schmalen Bergpässen bewegen. Immer wieder ist man der Gefahr des Stillstands und der Aufgabe ausgesetzt, doch es geht immer weiter. Und so ist Kyudo und die Kampfkunst zu einem Teil meines Lebens geworden und wird es hoffentlich immer sein.
Ich danke meinen Mitübenden und Lehrern für dieses Seminar, die Jahre der Übung und die vielen Täler, Bergpässe und Gipfel die wir bestiegen haben.

Florian Geyer
Budokan Bensheim

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