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Kyudo

 

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Kyudo_3Vom 28.06.2014-29.06.2014 fand das jährliche Kyudo-Seminar im Budokan Bensheim statt.
Das faszinierende an Seminaren ist, das egal wie oft man sie besucht, man lernt immer etwas Neues, vor allem über sich selbst. Unsere Lehrerin Julia Sigges erklärt uns immer wieder wie wichtig es ist die Aufmerksamkeit auf die kleinen Dinge zu legen und dabei gleichzeitig das große Ganze zu betrachten. Wie definiere ich nun Aufmerksamkeit? Man übt sich darin bei dem was man gerade tut ganz und gar „da“ zu sein. Die Gedanken drehen sich nicht um das was morgen vielleicht passieren könnte, sondern ich konzentriere mich auf die Aufgabe die in diesem Moment vor mir liegt. Dabei vielleicht auch Dinge zu sehen die anderen Menschen entfallen, da sie keinen Wert auf „Genauigkeit“ in diesem Moment legen. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Details zu erfassen und trotzdem in der Lage sein seine Umgebung gleichzeitig im Auge zu haben. Ich finde es oft schwierig dies im Alltag umzusetzen, es ist anstrengend und braucht zum Lernen vor allem eins: Geduld. Julia erklärt uns anhand der Kata wo unsere Probleme liegen und zeigt uns neue Wege auf uns zu verbessern. Selbst merke ich wie meine Konzentration in der Kata gelegentlich abschweift,Kyudo_10 der Körper arbeitet in diesem Moment nach Gewohnheit, Körper und Geist sind nicht eins, die Bewegungen wirken kalt und harmonielos. Die Kata verliert ihren Sinn da ich ihr keinen gebe. Sie wirkt wie ein Spiegel der Seele. Jeder läuft die gleiche und doch macht es jeder anders. Das Rei zu Beginn der Kata, das Schrittmuster wenn man einläuft, die Art mit der ich die Hand an den Bogen lege. Es sind all diese an sich kleinen Bewegungen die der Kata einen Sinn verleihen. Die Haltung mit der man die Kata beginnt, bestimmt wie der Schuss am Ende sein wird.
Ich habe oft das Problem, nicht im Hier und Jetzt zu leben sondern Vergangenem hinterher zu hängen oder über die Zukunft nachzudenken. Denke ich zu Beginn einer Kata daran das Ziel unbedingt treffen zu wollen, muss ich mich hinterfragen wo meine Aufmerksamkeit während des gesamten Ablaufs liegt. Vergleiche ich die Kata mit einer Schlacht könnte das folgendermaßen aussehen: Die Schlacht beginnt, das Ziel ist es den Feind zu bezwingen, dabei will jedoch jeder Schritt und jede Handlung bedacht sein. Korrekte Vorbereitung, die Aufmerksamkeit muss bei einem selbst wie auch die Umgebung gerichtet sein. Unaufmerksamkeit bedeutet den Tod. Der Feind ist gesichtet die letzten Vorbereitungen für den Schuss beginnen. Dabei darf ich weder mein Ziel auf das mein Pfeil gerichtet ist verlieren noch auf das was um mich herum passiert. Der Pfeil muss genau eingelegt sein, die Druckverteilung muss stimmen, die Hände müssen korrekt an Pfeil und Bogen anliegen, die Ausrichtung des Körpers muss stimmen. Der Moment des Kai, wenn der Pfeil den Bogen verlässt, darf nicht von starken Emotionen begleitet werden. Lasse ich in diesem Moment Freude oder Ärger zu, sinkt meine Konzentration, ich vergesse meine Umgebung und kann in diesen wenigen Sekunden von einem anderen Gegner niedergestreckt werden. Die Schlacht endet erst mit dem Rei. Doch wie oft passiert es das ich vor oder nach dem Schuss meine Konzentration fixiere oder gar ganz fallen lasse?

Kyudo_8Eine Kata in ihren einzelnen Passagen zu verstehen ist gar nicht so leicht, doch dank der geduldigen Erklärungen von Julia Sigges, der Korrekturen und dem Teilen der Erfahrungen mit der Gruppe, lernt man immer wieder etwas Neues dazu. Mit dem Ziel vor Augen sollte man den Weg nicht verlieren, auch wenn der Fortschritt mal größer oder kleiner ist. Denn in allen Kampfkünsten gilt: Der Weg ist das Ziel. Man muss offen für neue Erfahrungen sein, sich Chancen nicht durch falsche Zielsetzungen, Ignoranz, Zurückhaltung oder Besserwisserei verbauen. In meinen 6 Jahren Kampfkunsttraining habe ich einige Hochs und Tiefs erlebt. Immer haben meine Lehrer und Kameraden mir zur Seite gestanden wenn es Probleme gab und ich mich verirrt habe. Ich bin froh ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Vielen Dank an Julia Sigges für ihre Geduld und dieses schöne Seminar und meine Mitstreiter die diese Ereignisse immer zu etwas Besonderem machen.

 

Jacqueline Auen
Budokan Bensheim

15-Kyudo-2014

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