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Kihon – Uke waza

17.-18.06.2017

Am Sonntag Nachmittag saßen wir, Alex (9.Kyu) und Manfred (3.Kyu), auf der Terrasse und haben die vergangenen beiden Tage Revue passieren lassen. Wir hatten uns auf das Seminar gefreut und gehofft, Techniken ohne „Zeitdruck“ verbessern und vertiefen zu können, intensiver als dies in einem „normalen“ Training möglich ist, aber auch Neues zu lernen.
Nach dem gemeinsamen Frühstück am Samstag haben wir mit einem theoretischen Einstieg begonnen. Von allen Teilnehmern wurden – mit der Unterstützung von Sensei Ursel Gantke – die relevantesten Komponenten des Kihon erarbeitet, die in ihrem Zusammenspiel für die Ausführung einer Technik wichtig sind, und auf die man sich in der Übung und Selbstbetrachtung konzentrieren kann. Hierbei wurden sowohl die offensichtlicheren Komponenten wie Bereitschaft (Yoi), Atmung (Kokyu), Spannung/Entspannung (Kincho), Haltung (Shisei) und Mitte (Hara), sowie auch tiefgründigere Komponenten wie Wahrnehmung (Yomi), Initiative (Sen), Intuition (Chokaku), Handlungsentscheidung (Kihaku) und Erkennen der Lücke (Suki) erarbeitet und erklärt. Dieser theoretische Einstieg gab uns für die folgenden Übungen bzw. auch generell für die zukünftige Ausführung von Techniken eine wertvolle Anleitung an die Hand.

Das Seminar führte uns über zahlreiche Abwehrtechniken durch die drei Ebenen Jodan und Gedan am ersten Tag, Chudan und Kombinationen am zweiten Tag. Hierbei betonte Sensei Ursel Gantke, dass die jeweiligen Techniken zwar üblicherweise einer dieser 3 Ebenen zugeordnet werden, aber natürlich nicht darauf beschränkt sind. Auf allen drei Ebenen wurden die jeweils eher gängigen Techniken geübt, aber auch seltenere Formen. Die Techniken wurden zunächst im Kihon im Stand, dann in der Bewegung und danach in der Partnerübung ausgeführt. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel des gesamten Körpers ist, vor allem der Einsatz der Hüfte, ohne die die Abwehrtechniken nicht funktionieren können. Durch die ruhige und präzise Art von Sensei Ursel Gantke, die einzelnen Techniken zu erklären, und auch das Zeigen der Techniken sowohl in der idealen Form, als auch in einer nicht idealen Ausführung wurde sehr deutlich, worauf zu achten ist und woran man arbeiten kann.
Eine sehr gute Übung am zweiten Tag war die Kombination aus Techniken aller drei Ebenen – Age Uke, Soto Uke und Gedan Barai. In der Partnerübung war genug Zeit, die Techniken nicht nur „aus Gewohnheit“ auszuführen, sondern auch auf die anfangs erarbeiteten Komponenten zu achten und sich selbst zu betrachten: Wie stehe ich? Habe ich die Ruhe wahrzunehmen, wann die Angriffsbewegung des Gegenübers beginnt? Wann beginne ich meine Abwehrbewegung? Wann entscheide ich mich für eine Technik? Wie reagiere ich, wenn die Angriffe mit variierendem Timing kommen?

Interessant war hier auch selbst festzustellen, dass man sich, auch wenn der Angriff nicht sofort eindeutig als Jodan, Chudan oder Gedan zu erkennen ist, für eine Abwehrtechnik entscheiden muss, die dann eben auch auf einer

„Zwischenebene“ funktioniert, nicht nur auf der „perfekten“ Ebene, wie im Kihon ausgeführt.
Ein weiterer Aspekt des Seminars war der Einsatz der Techniken nicht nur als Abwehr, sondern auch als Angriff bzw. um den Angriff des Gegners zu brechen. Hierbei wurde z.B. Tate Shuto Uke in einer weicheren Variante eher zum Ableiten und einer harten Variante zum Stoppen des Gegners eingesetzt. Auch kamen gegen Ende des Seminars zunehmend Folge-Angriffs-Techniken hinzu, auch Würfe, so dass die Kombination von Abwehrtechnik und anschließendem Angriff zusammenhängend geübt werden konnte.

Fazit:
Es war ein tolles Seminar und es war Sensei Ursel Gantke möglich, jeden Einzelnen zu betrachten und zu verbessern, so dass jeder viele Anregungen bekam und auf seiner Stufe üben konnte – nicht nur die Techniken an sich, sondern auch z.B. das Zusammenspiel von Armtechnik und Hüfteinsatz, aber auch an der inneren Haltung bzw. Einstellung zur Technik und an der eigenen Wahrnehmung arbeiten konnte. Vielen Dank dafür!

 

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