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Rangsystem im BSK

Das hier erläuterte Rangsystem gilt ausschließlich im Budo Studien Kreis und betrifft alle im BSK geübten Kampfkunstsysteme. Obwohl es an das japanische Rangsystem (kyūdan) anlehnt, ist es jedoch in seiner Form eigenständig und nur im BSK gültig.
Das Rangsystem des BSK besteht aus drei Kategorien (mudansha, yūdansha und kodansha), in denen es jeweils weitere Untergruppen gibt. Gleichzeitig ist das BSK-Rangsystem ein Hinweis auf die philosophischen Komponente des Unterrichts und liefert einen roten Leitfaden zur technischen Ausbildung der Schüler. Die technischen Anforderungen zu einer weiteren Graduierung werden in der BSK-Prüfungsordnung erläutert.


Mudansha (9. – 1. Kyū) – Stufe der Schüler

Personen ohne Dan

Der Begriff mudansha (Personen ohne dan), bezeichnet die Stufen der Anfänger im budō. Die mudansha sind Schüler in einem Kampfkunstsystem (ryū) und werden innerhalb des Rangssystems (kyūdan) in eigenen Fortschrittsgruppen kyū organisiert. In diesen Graduierungen verbleiben sie so lange, bis sie die Stufe der fortgeschrittenen Schüler (yūdansha) erreichen.
Die Ansprüche an Können in Haltung, sowie die Zuerkennung der Gürtelfarben zu den jeweiligen kyū, wird heute unterschiedlich gehandhabt. In den BSK-Lehren (oshi) sind die mudansha Schüler des Weges () und befinden sich im Aufbauprozess der BSK-Lehrkonzepte.
Mudansha-Grade (kyū) sind im BSK allesamt Schülergrade, deren bedeutendste Aufgabe es ist, das Formsystem der Kampfkünste zu lernen, wonach sie erst eine weiterführende Ausbildung unter einem sensei erhalten. Ob sie dies je erreichen, hängt vor allem von ihrer inneren Haltung ab. Die Anforderungen der jeweiligen Schülerstufen werden in der BSK Prüfungsordnung ausführlich erläutert.
Aus der Sicht des Weges () ist die Stufe der kyū lediglich ein Test, ein durch die Zeit wirkendes Sieb. Die Psychologie des Unterrichts konfrontiert den Anfänger mit vorgeschriebenen Verhaltensregeln, die auf die eine oder andere Weise eine innere Auseinandersetzung in ihm auslösen. Der Lehrer steht im Hintergrund und schaut auf das dadurch sichtbar werdende Potential im Schüler. Dieses muss sich in einem eigenen Kampf von den Fesseln seines Ich befreien und Fähigkeiten wie Selbstüberwindung, Selbstdisziplin, Vertrauen ins Ideal, Achtung, Bescheidenheit, Loyalität und vieles mehr entwickeln. Deshalb erfolgt seitens des sensei kein Eingriff, wenn es um die Struktur des grundlegenden Denkens im Schüler geht. Die wahre Haltung muss sichtbar werden, so, wie sie wirklich ist, ohne Maske.
Die einzelnen Graduierungen der mudansha nennt man kyū. In ihnen durchschreitet der Übende neun Stufen, die sich in gekyū (Unterstufe) bis jōkyū (Oberstufe) aufteilen. Jede Stufe hat für sich eine eigene Bedeutung:

Tabelle_Mudansha

Gekyū – Die Unterstufe
Teststufe für Farbgurte (Anfänger, 9. – 4. Kyū)

guertel01
Die untere Stufe der kyū ist eine elementare Teststufe. Sie führt den Übenden in die vorbereitende Formlehre und testet Disziplin, Lernbereitschaft, Achtsamkeit und Geduld der Anfänger. Schüler der Unterstufe (9. bis 7. kyū) üben ungefähr zwei Jahre lang unter der Aufsicht ihres Lehrers das grundlegende technische System ihres Stils. Doch es ist eine Selbsttäuschung, wenn Schüler sich aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten selbst in die Gürtelhierarchie einstufen wollen. Im Hintergrund der körperlichen Übung beginnt bereits in der Unterstufe ein psychologischer Selbsterfahrungsprozeß, den nur der Lehrer kennt und lenkt. Das strenge Regelsystem des budō, z.B, das so viele Schüler dieser Stufe veranlaßt, auf die Barrikaden zu gehen, dient dem Zweck, dieses psychologische Niveau heranzubilden.
Die Unterstufe ist dazu da, im Schüler die Fähigkeit zur Hingabe, seine Konsequenz in der Selbstdisziplin, seinen strebsamen Willen, seine Geduld, seine rechte Begegnung mit anderen und seine Lernfähigkeit auszubilden.

Unterstufe-Schülergrad

Jōkyū – Die Oberstufe
letzte Teststufe für Farbgurte (Fortgeschrittene, 3. – 1. Kyū)

guertel02
Jōkyū bezeichnet die Oberstufe im Rangsystem der Farbgürtel (3. bis 1. kyū) und stellt neue Herausforderungen an den Übenden. Grad des anerkannten Formschülers, Stufe der elementaren Formlehre. Teststufe der Fähigkeit zur Lehrer-Schüler Beziehung und der Bereitschaft zur Gruppe. In der Oberstufe kommen die ersten Konfrontationen mit dem Ich, die der Schüler gegen sich selbst bestehen muss. Auch trägt er einen großen Teil der Verantwortung für eine gesunde Lehrer-Schüler Beziehung (shitei), in der er seine Bereitschaft zur Kommunikation, zur menschlichen Nähe zum anderen, seine Loyalität gegenüber seiner Kunst testen und formen kann. Er muss lernen, mit inneren Zuständen der Unlust, der Auflehnung und der Entmutigung umzugehen, die Selbstüberwindung üben und beständig nach der rechten Haltung suchen.

Oberstufe-Schülergrad


Yūdansha (1. – 4. Dan) – Grade der Meisterschüler

Stufe zur Einweihungen in die Tradition (den und dentō)

Die yūdansha (Personen mit einem Grad; bzw. mit einem dan) bezeichnen die Stufe der fortgeschrittenen Budō-Schüler, die berechtigt sind einen Schwarzgurt (kuro obi) zu tragen. Sie unterscheiden sich von den vorausgegangenen mudansha prinzipiell dadurch, dass sie eine technische Grundausbildung abgeschlossen haben und nun über die Voraussetzung verfügen, einen Kampfkunst-Weg () zu gehen.
Wer in der Stufe der yūdansha ankommt, hat die Aufmerksamkeit seines Lehrers (sensei) erweckt. Doch er ist nicht am Ziel, sondern muss sich den Anforderungen seiner Kunst immer wieder aufs neue stellen. Ein Schüler, der regelmäßig übt, die technischen Voraussetzungen und die menschlichen Wertvorgaben der mudansha erfüllt, kann diese Stufe in ca. 7 Jahren erreichen.
In den Systemen der japanischen Tradition (dentō) wird die Einweihung (den) der vier Yūdansha-Grade mit unterschiedlichen Ansprüchen und Tiefen interpretiert. Im BSK sind sie Vorstufen zur Meisterschaft und bestehen aus den Stufen shoden (1. dan), chūden (2. dan), okuden (3. dan) und kaiden (4. dan). Die ersten beiden Stufen (omote) enthalten vordergründige Lehren, die letzten beiden Stufen (ura) lehren hintergründige Aspekte.

Tabelle_Yudansha

1. Dan shodan
Stufe shoden – erste Einweihung in die Formtradition

guertel03Die Stufe shoden bezeichnet die erste Einweihung von Kampfkunstübenden in die Tradition (dentō) eines Budō-Stils (ryū). Shoden ist die Stufe der intensivierten Formlehre und enthält den 1. dan, der als Grad des Wegsuchenden bezeichnet wird.

•    Shodan (1. dan) – dieser Grad ist der des Suchenden nach dem Weg und bezeichnet den Abschluss einer ersten technischen Grundausbildung. Mit dem shodan beginnt die Vertiefung der technischen Lehre und die Ausbildung zum Meisterschüler auf dem Weg (dō).
Der shodan hat die grundlegenden technischen Anforderungen des Stils weitgehend gemeistert und sein inneres Potenzial soweit ausgebaut, dass er sich für die kommenden Jahren zu höheren Fortschrittsstufen empfiehlt. Vor allem muss er für den sensei interessant genug sein, damit dieser ihm Verantwortungen überträgt, deren Erfahrungen ihm zu weiterem Fortschritt verhelfen. Nur dadurch kann er lernen, der Mitläufer kann höhere Stufe nicht erreichen.

2. Dannidan
Stufe chūden – mittlere Einweihung in die Formtradition

guertel03Die Stufe chūden bezeichnet die mittlere Einweihung (den) in die technische Tradition eines Stils und entspricht dem nidan (2. dan). Die Stufe bezeichnet den Übenden am Anfang des Weges, in der vertieften Formlehre seines Stils.

•    Nidan (2. dan) – diesen Grad erhält ein Übender, wenn der sensei in ihm ausreichendes Potenzial zu einer Wegübung () erkennt. Nachdem ein Schüler in der vorausgegangenen Shoden-Stufe Verantwortung übernommen und getragen hat und nachhaltig einen persönlichen Wert für die Budō-Gemeinschaft bezeugt, kann er vom sensei zur Prüfung dieser Graduierung vorgeschlagen werden.
Der angehende 2. dan hat die Entscheidung zum Studium des Weges () getroffen und befindet sich im Abschnitt der verfeinerten Formlehre. Gleichzeitig zeigt er durch seine Haltung, dass er nicht nur die Techniken, sondern dier Kampfkunst als shingitai (Einheit zwischen Geist, Technik und Körper) lernen will. Davon muss er den sensei durch seine Haltung überzeugen.
Zu seinem Fortschritt braucht er sowohl die Anleitung eines sensei, als auch die Erfahrung im Unterricht von Anfängern. Für den nidan beginnt ein Weg () erst als Übungsleiter. Das Sprichwort „karate beginnt erst dort, wo die Technik aufhört“ bezeichnet dieses Prinzip.

3. Dansandan
Stufe okuden – Einweihung in die Hintergründe der Tradition

guertel03Die Stufe okuden enthält die Einweihung in die Hintergründe (ura) der Tradition (dentō) und bezeichnet den 3. dan (sandan). Mit diesem Grad kann der Übende vom Meister als uchi deshi (innerer Schüler) angenommenen werden und beginnt eine Ausbildung als Wegschüler.

•    Sandan (3. dan) – dieser Grad zeigt die Bereitschaft des Lehrers, einen Übenden als Wegschüler anzunehmen und ihm den Zugang zu den Hintergründen des budō zu eröffnen. Hat der Schüler die Anforderungen des nidan zur Zufriedenheit des sensei erfüllt, nimmt er ihn als Wegschüler an. Dadurch wird er zum anerkannten Wegschüler mit abgeschlossener Formlehre.
Der sandan ist jedoch eine schwierige Stufe, denn viele Übende verstehen sich auf ihr als „angekommen“ und merken nicht, dass dieses Niveau lediglich die erste Bewährungsprobe zu einem fortgeschrittenen Kampfkunstverständnis ist. Der sandan ist ein gegenseitiges Versprechen, durch das der Lehrer führt und der Schüler folgt. Da dieses Versprechen oft nicht eingehalten oder falsch verstanden wird, ist für viele Übende hier der Fortschritt beendet, weit der Lehrer sie nicht mehr weiterführt.
Es ist die Selbstgefälligkeit und nicht die mangelnde Technik, die einem Übenden ab dieser Stufe höhere Niveaus verwehren. Wenn ein Übender die Lehrer-Schüler-Beziehung vernachlässigt, wenn er das Studium der Lehre ignoriert oder wenn er für die Budō-Gemeinschaft keine Verantwortung übernimmt, wird der Lehrer seinen Fortschritt unterbrechen.

4. Danyondan
Stufe kaiden – vollständige Einweihung in die Tradition

guertel03
Die Stufe kaiden bezeichnet einen Experten in der Technik, den Grad des Kriegers, die Vorstufe zur Iniziierung zum sensei. Der Übende hat sich auf der vorausgegangenen Stufe okuden bewährt, was den sensei dazu veranlasst, ihm diesen hohen Grad (4. dan, yondan) zuzusprechen. Hier wird er in die hintergründige Tradition des Stils eingeweiht.

•    Yondan (4. dan) – dieser Grad ermöglich ihm, die vollständigen Hintergründe des Stilkonzepts verstehen zu lernen, was die Voraussetzung zu einer möglichen eigenen Meisterschaft ist, die der sensei ihm durch das menkyo kaiden bescheinigt, wenn er in die Gruppe der kodansha aufsteigt.
Einer von tausend Übenden oder mehr erreicht die Stufe des kaiden. All jene, die sie nicht erreichen, scheitern nicht an der Technik, sondern an sich selbst. Sie überbewerten das körperliche Training, unterschätzen das rechte Studium des budō (shisei), die Lehrer-Schüler Beziehung (shitei) und überschätzen sich vor allem selbst.


Kodansha (5. – 10. Dan) – Grade der Meister

Stufe der Gelehrten (shi)

Die kodansha (Personen mit hohem Grad) bezeichnen in der japanischen Tradition (dentō) hochgeschätzte Persönlichkeiten (sha), die in der Gesellschaft einen angesehenen Grad / Titel (dan) innehaben. Im Rangssystemen des japanischen budō (kyūdan) bezeichnen sie die Graduierungen der Lehrer (sensei) einer Kampfkunstauffassung und unterteilen sich in die Kategorien renshi (ren steht für „Übung“), kyōshi (kyō steht für „Unterricht“) und hanshi (han steht für „vorbildlicher Gelehrter“). Das Suffix shi, das in allen Bezeichnungen enthalten ist, bedeutet „Krieger“ oder „Gelehrter“, bezeichnet aber weitläufig den Meister des budō.
Alle kodansha werden von den Schülern mit der Bezeichnung sensei angeredet. Innerhalb eines Stils (ryū) bestimmen demnach die renshi das technische Niveau des Systems, die kyōshi führen fortgeschrittene Schüler zur Meisterschaft, während der hanshi für Übende das anzustrebende Ideal verkörpert. Nur durch die Integrität und harmonische Zusammenarbeit von renshi, kyōshi und hanshi funktioniert ein ryū.

•    Renshi – ein renshi gilt als „ Experte der Übung“ und wirkt im Unterricht der Techniken (waza) und der Formen (kata) bis in die Stufen der yūdansha. Er befindet sich in der Stufe ha des Konzeptes shuhari und sieht seine Aufgabe hauptsächlich darin, Träger von Kyū-Graden und Dan-Graden im Training korrekt auszubilden und auf ein hohes technisches Niveau zu bringen. Der Titel renshi enthält zwei Graduierungen:

Godan (5. dan) – hat die technische Ausbildung abgeschlossen. Er wirkt nunmehr als Experte der gesamten technischen Ausbildung in der Trainingsführung der Schüler.
Rokkudan (6. dan) – bezeichnet einen Grad des Wissens um die Technik und ihre Hintergründe. Er wirkt als Experte der gesamten technischen Ausbildung in der Trainingsführung.

•    Kyōshi – ein kyōshi gilt als „Experte des Unterrichts“ in der Technik und als „Gelehrter“, in den philosophischen Hintergründen des budō. Ab dem Niveau eines kyōshi ist der Übergang von der Stufe ha zu ri im Konzept shuhari möglich. Der kyōshi beinhaltet folgende Graduierungen:

Nanadan (7. dan) – Grad der technischen und geistigen Reife; wirkt als Experte des gesamten Lehrprozesses; initiiert yūdansha zur Meisterstufe.
Hachidan (8. dan) – Grad der Reife; wirkt als Experte des gesamten Lehrprozesses; iniziiert seine Schüler zur Tradition des Weges ().

•    Hanshi – der hanshi ist ein „hoher Gelehrter“ in der unmittelbaren Nähe zum Ideal der menschlichen Selbstperfektion. Der hanshi ist ein Lehrer der geistigen Inhalte des .

Kudan (9. dan) – Grad der hohen geistigen Reife; wirkt im Hintergrund als Vorbild und ist Bindeglied zum Ideal des Weges.
Jūdan (10. dan) – Grad der hohen geistigen Reife; wirkt im Hintergrund als Vorbild und ist Bindeglied zum Ideal des Weges.

Kein sensei würde je einen karateka in die Stufe der kodansha graduieren, ohne restlos davon überzeugt zu sein, dass der Entsprechende den Weg (dō) des budō bis zu seinem Lebensende geht. Tut ein sensei es dennoch – und hat sich dabei geirrt – hat dies nachhaltige Folgen für die gesamte Struktur seiner Stil-Pyramide, denn die Abspaltung eines kodansha zieht meistens auch die Spaltung des Stils und der Gemeinschaft nach sich.

Tabelle_Kodansha

Renshi – Experte der Technik
Kokoro – Stufe der Bewußtwerdung

Der Begriff renshi bezeichnet einen Experten der Übung oder einen Gelehrten der Trainingsführung und gehört in Japan der Gruppe der Gelehrten (shi) an. In den ryū des budō bezeichnet er den Titel eines sensei in der Gruppe der kodansha.
Der renshi opfert einen großen Teil seines Lebens dem Lehren und erweitert dadurch seine eigene Erfahrung. Er weiß, dass der Lohn für seine Bemühungen im Geben liegt und dass jeder weitere Fortschritt nur durch Geben erreicht werden kann. Im Geben ohne Anspruch versucht er sich selbst zu ergründen.
Der „Mann mit Bewusstsein“ ist ein Teil jener Kunst geworden, die er übt. Durch die lange Zeit der Bemühungen hat er verstanden, dass er sich nun jeder Erfahrung öffnen und jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel gebrauchen muss, um die letzte Herausforderung bestehen zu können. Auf dieser Stufe gibt es kein Zögern, kein Selbstmitleid und kein Bedauern mehr. Sie besteht aus dem vollkommenen Opfer.
Durch das Training der Technik allein kann man diese Stufe nicht erreichen. Wenn sich der Übende nur auf seine Technik verlässt und für Ratschläge des Verhaltens unzugänglich bleibt, verfällt er in Ignoranz gegenüber der Weglehre. Um diese Verwirrung zu vermeiden, ist es wichtig, das Wegideal deutlich sehen zu lernen und jenen zu vertrauen, die darum wissen.

5. Dangodan
Stufe renshi – Grad der Bewußtwerdung (kokoro)

guertel03Der fünfte Grad im Graduierungssystem bezeichnet den vorläufigen Abschluss der technischen Ausbildung und ermöglicht den selbständigen Unterricht aller Techniken eines ryū. Der godan bedeutet den Eintritt in die Stufe der kōdansha (Lehrer) des budō und ermöglicht zum ersten Mal die Bezeichnung sensei. Mit dieser Graduierung ist der Titel renshi verbunden, der einen Lehrer bezeichnet, der in eigener Bestimmung sein ryū vertritt. Immer aber steht er in Verbindung mit einem kyōshi oder hanshi, woher er seine Initiierung zu höheren Kampfkunstniveaus erhält.
Doch er ist kein Schüler mehr! Er entscheidet die Inhalte seines Unterrichtes zum ersten Mal frei, interpretiert die Kampfkunst nach eigenen Maßstäben, doch er verletzt nie die traditionellen Überlieferungen. Obwohl er eigen interpretiert, hält er die traditionelle Linie (den) aufrecht.

6. Danrokudan
Stufe renshi – Grad der Bewußtwerdung (kokoro)

guertel03Mit rokudan wird der sechste Meistergrad im budō bezeichnet. Zusammen mit dem godan trägt er den Titel des renshi. Der rokudan bedeutet den Eintritt in die Stufe der kōdansha (hohen Dangrade) des budō und ermöglicht die Bezeichnung sensei. Die Graduierung kann ab dem Alter von 35 Jahren erreicht werden und bezeichnet einen „Grad des Wissens“. Der Träger wirkt als Experte der gesamten technischen Ausbildung in der Trainingsführung.

Kyōshi – Der Experte des Unterrichts
Iro kokoro – Stufe der Reife

Der Begriff kyōshi bezeichnet einen Experten der Technik (jutsu / waza) und der Hintergründe (hiden) des Weges (), einen Krieger und Gelehrten der Lehre (oshi). Der kyōshi ist einen Lehrer (sensei) aus der Stufe der kodansha, gleichzeitig Meister und Gelehrter (shi – Gelehrter) des budō und enthält die Graduierungen des 7. und 8. dan. Er trägt einen schwarz/rot gestreiften Gürtel.
Während sich ren aus der Stufe renshi eher auf die technische Übung bezieht, meint kyō aus kyōshi den Unterricht in seiner Gesamtheit. Ein kyōshi ist demnach nicht nur ein Experte in den technischen Belangen seiner Kunst (renshi), sondern verfügt auch über ein umfangreiches Wissen hinsichtlich ihrer theoretischen Hintergründe und ihrer historischen Wurzeln. Auch ist er in der Lage, eigene Schüler auf deren Weg () zum Meister der Kampfkünste zu geleiten.

7. Danshichidan
Stufe kyōshi – Grad der Reife (iro kokoro)

A011GurtSRDen 7. dan bezeichnet man als shichidan oder nanadan. Zusammen mit dem hachidan trägt er den Titel des kyōshi in der Gruppe der kōdansha. Er kann den rot / schwarz gestreiften Gürtel tragen. Der nanadan wird als Grad der technischen und geistigen Reife bezeichnet. Der Träger wirkt als Experte des gesamten Lehrprozesses und initiiert die yūdansha zur Meisterstufe.

8. Danhachidan
Stufe kyōshi – Grad der Reife (iro kokoro)

A011GurtSR Den 8. dan bezeichnet man als hachidan. Zusammen mit dem nanadan trägt er den Titel des kyōshi in der Gruppe der kōdansha. Der hachidan wird als „Grad der Reife“ bezeichnet. Der Träger ist ein Experte der Trainingsführung und der hintergründigen Aspekte des budō und iniziiert die Schüler zur Tradition des Weges (). Er kann den rot / schwarz gestreiften Gürtel tragen.

Hanshi – Der hohe Gelehrte
Iro kokoro – Stufe der Reife

Der Begriff hanshi bezeichnet einen „Gelehrten für geistige Inhalte“, im budō einen Initiator zu hohen Bewußtseinsstufen. Wörtlich bedeutet der Begriff „vorbildlicher, modellhafter Gelehrter“. Die Attribute „vorbildlich“ und „modellhaft“ beziehen sich dabei nicht nur auf technische und didaktische Fähigkeiten oder auf ein besonders umfangreiches Wissen um die Kampfkünste, sondern vor allem auf die moralische Integrität der betreffenden Person und ihre unmittelbare Nähe zum Ideal des Weges ().

    Ab dem sechzigsten Lebensjahr ist der neunte dan (kūdan) und ab dem siebzigsten Lebensjahr der zehnte dan (jūdan) möglich. Diese Graduierungen werden dem alternden sensei von seinen eigenen Meisterschüler zugesprochen und sind die höchst perfektionierten Graduierungen der Kampfkünste, die ein Lehrer erreichen kann. Sie entsprechen der philosophischen Meisterschaft im Verständnis des budō.
    Der hanshi lebt im Einklang zwischen innen und außen, seine Gesten und Handlungen sind Ausdruck seiner Art zu denken. Er hat jeden nur erdenklichen inneren Zustand erfahren und die Abhängigkeit von Besitz und Prestige überwunden. Er lebt in Freiheit von Zwängen, sein physischer Ausdruck ist rein, weil sein Geist rein ist.
    Während sich der renshi und der kyōshi an der Spitze der Lehrpyramide befinden, steht der hanshi außerhalb dieser Pyramide. Seine Aufgabe ist es nicht, Schüler in den Trechniken zu unterrichten, sondern den Fortgeschrittenen zum letzten Schritt zu initiieren.
    Doch kein hanshi lässt ungefragt den Umfang seiner Erfahrungen sichtbar werden oder stellt seine Kompetenzen zur Schau. Sein Sehen ist jenseits von allem, was für weniger Erfahrene wichtig scheint. In diesem Bereich, zu dem nur er Zugang hat, kennt er jede Tür, hinter der die Wahrheit liegt. Doch er öffnet sie nicht vor jenen die nicht sehen können, er stellt weder richtig, noch belehrt er.
    Die unbekümmerte Haltung eines hanshi, sein überwundenes Ich und sein klarer Blick ins Leben, wird in seinem Verhalten deutlich, trügt und täuscht aber oft den Selbstgefälligen. Die Fähigkeit zu erkennen, dass der hanshi die höchstmögliche Stufe der geistigen Entwicklung erreicht hat, ist nicht jedem Menschen gegeben.
    Der hanshi wendet sich selten an eine Übungsgruppe oder an einen Schüler, um Techniken zu verbessern. Er kann den Unterricht beobachten, doch er sagt dazu nicht viel. Nur der Einzelne – jener, der gelernt hat zu sehen, und sich von seiner Unbekümmertheit nicht täuschen läßt, kann seine Wirkungsweise verstehen.
    Der hanshi weiß wohl um diese Problematik, und ehe sein Weg beendet ist, bemüht er sich darum, jemanden zu finden, auf den er seine Kunst übertragen kann. Seine Aufgabe besteht darin, zu warten, bis der Übender den hanshi in sich selbst erkennt.

9. Dankudan
Stufe hanshi – Hoher Gelehrter

A012GurtRDer kudan bezeichnet den 9. Meistergrad im budō. Der Rang entspricht zusammen mit dem jūdan dem eines hanshi aus der Stufe der kōdansha und wird erst im fortgeschrittenen Alter verliehen. Kudan (kyūdan) ist ein Grad der hohen geistigen Reife und wirkt im Hintergrund der Schülerausbildung als Vorbild. Dieser Grad bezeichnet einen Lehrer des Weges (). Der kudan ist Träger des roten Gürtels.

10. Danjūdan
Stufe hanshi – Hoher Gelehrter

A012GurtRDer jūdan bezeichnet den zehnten Meistergrad im budō. Der Rang entspricht zusammen mit dem kudan dem eines hanshi aus der Stufe der kōdansha und wird erst im fortgeschrittenen Alter verliehen. Der an den neunten (kudan) und zehnten (jūdan) gebundene Titel bezeichnet den „modellhafter Gelehrter“ (hanshi) des budō. Dieser deutet auf die unmittelbare Nähe zum Ideal des Weges () hin: die menschliche Selbstperfektion. Der modellhafte Lebensweg eines hanshi, der zurückgezogen aus unmittelbaren Unterrichtsverpflichtungen im Hintergrund wirkt, ist für alle budōka ein anzustrebendes Ziel.


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