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Graduierungen im BSK

Allgemeines zu BSK-Graden

Pyramide

Die Budō-Pyramide

Ein Rangsystem bezeichnet die Gesamtheit der Graduierungen in einem Stil (ryū) und steht für die Abhängigkeitsverhältnisse seiner Mitglieder untereinander (kōhai, dōhai und senpai) und für das Verhältnis (shitei) zwischen Lehrer (sensei) und Schüler (deshi). Rangsysteme gibt es in den meisten japanischen Kampfkunststilen (ryū) der Gegenwart und in ihren westlichen Ableitungen. Obwohl es zwischen ihnen im Detail beträchtliche Unterschiede gibt, wurzeln doch die meisten im japanischen Rangsystem kyūdan.
Im Laufe der Zeit bilden die unterschiedlichen Graduierungen in jeder Budo-Gemeinschaft eine Pyramide auf deren Basis auch die BSK-Lehrkonzepte beruhen. Das reibungslose Funktionieren einer Budo-Gemeinschaft hängt direkt von dieser Pyramide ab. Sie regelt die Beziehungen aller Grade untereinander (Bezeichnungen für Lehrer-Grade)


Infos zu BSK-Graduierungen

Im Budo Studien Kreis gilt für alle praktizierten Kampfkünste ein eigenes und von allen anderen Organisationen unabhängiges Rangsystem, nach dessen Ordnung die Mitglieder die nächsthöhere Graduierung erreichen können. Dazu müssen sie vor einer Lehrerkomission eine entsprechende Prüfung ablegen, in der sie das Niveau ihres angestrebten Grades erfolgreich bezeugen.
Der Maßstab dafür sind die für die BSK-Kampfkünste unterschiedlichen Prüfungsprogramme. Diese sind für alle BSK-Schulen und BSK-Lehrer verbindlich, die Qualität aller Prüfungen wird von den BSK-Kodansha aus dem Budokan Bensheim vorgegeben und sorgfältig überwacht. Externe Lehrer sind angehalten, die Qualitätsstandards auch außerhalb des Budokan einzuhalten.

Graduierungen BSK-Mitglieder

Mitglieder des BSK können sich im Einvernehmen mit ihrem persönlichen Lehrer für eine Prüfung zum nächsten Grad anmelden. Für die Graduierungen der Unter- und Mittelstufe (9. – 4. kyū) finden solche Prüfungen in den Heim-Dōjō der Übenden statt, wenn der dort ansässige Lehrer die entsprechenden Prüferlizenzen besitzt.
Graduierungen in der Oberstufe (3. – 1. kyū) und für alle Dan-Stufen finden ausschließlich vor einer Kodansha-Komission im Budokan Bensheim statt. Der hauseigene Lehrer meldet zu diesem Zweck seinen Schüler im Budokan Bensheim zu einem Prüfungstermin an. Gleichzeitig trägt er die Verantwortung dafür, das sein angemeldeter Schüler der Anforderungen seiner angestrebten Grades entspricht.

    Die hauptsächliche Instanz für die Qualität der Vergabe von Graduierungen, Unterrichts- und Prüferlizenzen ist der Hauptlehrer shihan des Budo Studien Kreises. Er bestimmt übergeordnet die Richtung, die Qualität und die Prüfungsanforderungen für alle Anwärter auf höhere Grade.
    Die Vergabe von Graden, Titeln und Lizenzen sind im BSK direkt an die Autorität der BSK-Kodansha gebunden, die die ausführende Instanz für alle oben genannte Anforderungen sind.
    Entsprechende Graduierungen und Lizenzen werden vom BSK ausschließlich für die von ihm gelehrten Kampfkünste vergeben und gelten im Einzelnen nur mit der Bestätigung des BSK-Shihan aus dem honbu dōjō Bensheim.
    Lizenzen jeder Art müssen jährlich erneuert werden.

Anerkennung fremder Grade

Im BSK werden die mitgebrachten Graduierungen aller Mitgliedschaftsbewerber anerkannt und im BSK-Pass als „Übertrag“ unter der jeweiligen Stilbezeichnungen bestätigt.

    Graduierungen im karate, kobudō, ninjutsu und kyūdo, die in fremden Organisationen erworben wurden, werden im BSK anerkannt und im BSK-Pass als „Übertrag“ bestätigt. Dadurch behält jeder BSK-Neuzugang auch weiterhin seine bisher erreichte Graduierung und trägt den ihr entsprechenden Gürtel.
    Unterscheiden sich die Farbzuordnungen der kyū zum BSK-System, wird die Gürtelfarbe dem BSK-System angepasst.
    Um im BSK weitere Graduierungen zu erreichen, müssen Quereinsteiger zunächst eine Einstufungsprüfung in einer BSK-Kampfkunst bestehen. Geprüft wird dieselbe Graduierung, die er mitgebracht hat.
    Weitere Graduierungen, die vom Budo Studien Kreis bestätigt werden sollen, können nur über eine Prüfung nach der Prüfungsordnung des BSK vergeben werden.
    Lizenzen für qigong und taijiquan aus anderen Organisationen, werden im BSK nach hauseigenen Standardts eingestuft.


Gradsystem im Budō Studien Kreis
Übersicht und Inhalt

Nachfolgend werden die Inhalte, die im BSK jenseits der technischen Abläufe mit den einzelnen Graden verbunden werden, zunächst schematisch dargestellt und danach kurz erläutert. Die technischen Anforderungen im Bereich karate, kobudō, ninjutsu und kyūdō sind dem sich anschließenden Prüfungsprogramm zu entnehmen. In allen Bereichen des Fortschrittskonzepts gilt, dass bereits überprüfte Inhalte auf dem nächst höheren Niveau vorausgesetzt werden, ohne dass sie noch einmal explizit erwähnt werden.

Mudansha – Anfänger ohne Grade
Stufe Shu

In der Stufe der Schüler ohne Schwarzgurtgrade werden im BSK neun Ränge (kyū) unterschieden, die ähnlich dem dankyū seido von Jigorō Kanō absteigend gezählt werden. Jeweils drei dieser Ränge werden zur Unterstufe (gekyū), Mittelstufe (chūkyū) und Oberstufe (jōkyū) zusammengefasst.

Tabelle_Mudansha

Äußerlich werden die einzelnen Ränge durch verschiedenfarbige Gürtel gekennzeichnet, wobei die Annäherung an die Schwarzgurtgrade (dan) durch von Weiß nach Braun dunkler werdende Farben symbolisiert wird. Voraussetzung zum Erreichen der Ränge ist in erster Linie die technische Fertigkeit, die in den Prüfungsprogrammen genannten Formen (kata) und Technikfolgen in der notwendigen Qualität ausführen zu können.
Darüber hinaus wird der Schüler nach und nach für die Bedeutung des geistigen Fortschritts sensibilisiert. Auf einer elementaren Ebene geschieht dies beispielsweise durch kurze Texte im Prüfungsprogramm, die den Technik-Auflistungen vorangestellt sind, auf einem höheren Niveau in Gesprächen, die die Lehrer im Anschluss an die Übungsstunden mindestens einmal wöchentlich anbieten. So erfahren die unmittelbaren (mukyū) und mittelbaren Anfänger (gekyū), dass sie als Bedingungen für technischen Fortschritt auch geistige Qualitäten wie Lernbereitschaft, Geduld und Disziplin unter Beweis stellen müssen. Den mudansha der Mittelstufe (chūkyū) wird das Prinzip der Unterrichtspyramide und ihre Doppelrolle als senpai der Unterstufenschüler (gekyū) und kōhai der Oberstufenschüler (jōkyū) erläutert. Sie lernen, dass Fortschritt in einer Budō-Gemeinschaft nur möglich ist, wenn man sich durch Überwindung egoistischer Tendenzen in sie einfindet und demütig, jedoch aktiv zu ihrem Fortbestehen beiträgt.
Von den jōkyū wird erwartet, dass sie sich in der Vorbereitung auf die Dan-Stufe selbstständig um Fortschritt bemühen. Dies betrifft sowohl ihre eigene technische Entwicklung, für die sie mehr und mehr Freiräume eingeräumt bekommen, als auch ihre Bereitschaft, die Unterrichtspyramide als solche nicht nur zu akzeptieren, sondern die Budō-Gemeinschaft durch eigene Initiativen mit Leben zu erfüllen.

Yūdansha – Fortgeschrittene mit Schwarzgurtgraden
Stufe Ha

Die erste Stufe der Schwarzgurte (dan) ist im Budō Studien Kreis nach wie vor eine Stufe der Lernenden (Stufe ha aus shuhari). Diese Stufe berechtigt den Übenden einen Schwarzgurt zu tragen und ist im BSK in zwei Kategorien und vier Grade gegliedert.

Tabelle_Yudansha

Sie unterscheiden sich von den mudansha prinzipiell dadurch, dass die Übenden die Grundausbildung abgeschlossen haben und somit über die technischen und geistigen Voraussetzungen verfügen, einen eigenen Kampfkunstweg zu verwirklichen.
Ob sie dazu tatsächlich in der Lage sind, entscheidet sich nun in der Stufe der yūdansha. Zunächst widmen sich die Inhaber des shodan und des nidan in einer Phase des Suchens und der Selbstprüfung vertieften Studien des Formensystems der Kampfkunst, wodurch sie von der Shu-Stufe des Formbefolgens zur Ha-Stufe des Form-Verständnisses gelangen. Sie stehen dabei im beständigen Austausch mit ihrem sensei, der ihre Entwicklung aufmerksam verfolgt und durch Ratschläge voranbringt.
Die Graduierung zum sandan beinhaltet neben der Attestierung weiteren technischen Fortschritts auch die Einschätzung des Lehrers, dass der Schüler nicht nur das Potential zum eigenen lebenslangen Kampfkunstweg besitzt, sondern dieses auch nutzen wird. Der sensei akzeptiert ihn als Wegschüler und führt ihn auf dieser und der nächsten Dan-Stufe (yondan) zum inneren Kern und vollständigen Verständnis seiner technischen und geistigen Lehre (okuden bzw. kaiden) und initiiert ihn damit zum Meister.
Von yūdansha wird im BSK die Übernahme eigener Unterrichtsverantwortung erwartet, da das „Lernen durch Lehren“ in dieser Stufe unabdingbar für persönlichen Fortschritt ist. Je nach ihrem Entwicklungsstand und den personellen Voraussetzungen eines dōjō wirken sie daher selbstständig als Übungsleiter (shidōin) oder als Assistenzübungsleiter (fuku shidōin) in der Ausbildung der mudansha.
Die traditionelle Wegausbildung der uchi deshi – als Schüler, die früher im Haus des Meisters gelebt haben – findet in der heutigen globalisierten und von modernen Kommunikationsmitteln geprägten Welt oft in veränderter Weise statt. Diese moderne Art des persönlichen Unterrichts ist zu begrüßen, verlangt aber vom Schüler die Übernahme einer neuen, nicht zu unterschätzenden Verantwortung: er muss selbständig die Verbindung zu seinem sensei pflegen und erhalten. Einzig und allein, wie der Schüler dieses Problem löst, veranlasst den sensei ihn auf höhere Stufen zu führen.

Kōdansha – Die Stufe der Lehrer
Stufe Ri

Mit der Graduierung zum fünften Schwarzgurtgrad (godan) ist im Budō Studien Kreis die Bescheinigung der vollständigen Übertragung der Lehre (menkyo kaiden) und die Anerkennung der Meisterschaft in der ausgeübten Kampfkunst verbunden. Ab dieser Fortschrittsstufe wird der Übende von seinem sensei nur noch unterrichtend begleitet; er geht selbst als sensei einen eigenen Kampfkunstweg.

Tabelle_Kodansha

Gleichwohl steht der Meister -Gewordene nach wie vor mit seinem Lehrer in Kontakt. Dieser verleiht jenem die folgenden Dan-Grade jeweils als Zeugnis seines unermüdlichen Fortschreitens auf dem Weg als anerkannter Lehrer der Kampfkunst und seiner daraus resultierenden weiteren geistigen Reifung, die den Meister schrittweise aus der Ha-Stufe des Wissens um die Form in das Ri-Stadium der Transzendenz der Form führt. Als Lehrer wirken die kōdansha im Rang des fünften und sechsten Schwarzgurtgrades (godan und rokudan) vornehmlich als Autoritäten im Bereich der technischen Abläufe (waza) und Formen (kata). Deshalb wird ihnen im BSK in Anlehnung an die Tradition des japanischen budō der Titel „Experte der Übung“ (renshi) verliehen. Ihr Wirken ist entscheidend für den technischen Fortschritt der yūdansha. Mit dem siebenten (nanadan) und achten Schwarzgurtgrad (hachidan) ist der Titel „Experte des Unterrichts“ (kyōshi) verbunden, der darauf verweist, dass die Meister spätestens jetzt in der Lage sind, Kampfkunst als Komplex technischer und geistiger Inhalte nicht nur zu verstehen, sondern auch zu unterrichten, was sich unter anderem darin beweist, dass sie in der Lage sind, eigene Schüler aus der Yūdansha-Stufe zur Meisterschaft zu führen. Der an den neunten (kūdan) und zehnten Schwarzgurtgrad (jūdan) gebundene Titel „Modellhafter Gelehrter“ (hanshi) deutet auf die unmittelbare Nähe zum Ideal des Weges hin: die menschliche Selbstperfektion. Innerhalb eines dōjō bestimmen demnach die renshi das technische Niveau der Kampfkunstschule, die kyōshi führen – an der Spitze der Unterrichtspyramide stehend – fortgeschrittene Schüler zur Meisterschaft, während der modellhafte Lebensweg eines hanshi, der zurückgezogen aus unmittelbaren Unterrichtsverpflichtungen im Hintergrund wirkt, für alle das anzustrebende Ideal verkörpert.


Satzung des BSK | Rangsystem im BSK | Prüfungen im BSK
Prüfungsprogramme – Download