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Grundkonzepte im BSK

Zunächst wollen wir die grundlegende Auffassung des BSK zu den Japanischen Kampfsystemen betrachten, die allen im BSK unterrichteten Konzepten zugrunde liegt. Dabei geht es zunächst weder um die Frage nach dem System (karate, ninjutsu, u.s.w.) noch um den Stil (shōtōkan ryū, gōjū ryū, u.s.w.), sondern allein um die Frage nach dem Sinn und Inhalt der Übung.
Betrachtet man die Japanische Geschichte kann man die Entwicklung ihrer Kampfsysteme verständlich nachvollziehen. Wie überall in der Welt gab es zunächst Kriegstechniken (bujutsu), mit denen sich die Mächtigen des Landes gegen ihre Feinde zur Wehr setzten. Nachdem die Chinesischen Philosophien in Japan immer mehr an Bedeutung gewannen, entstand im 16. Jh. eine Verbindung der Kriegskunst (bugei) mit verschiedenen weiteren Künsten (bijutsu), woraus sich budō (Weg des Kriegers) entwickelte. Allein diese Methode ist relevant für die lebensfördernde und sinngebende Übung der alten Kriegstechniken.


1. Kriegskunst – bugei und bujutsu

Der Begriff bugei (Kunst des Krieges) oder bujutsu (Technik des Kriegers) bezeichnet japanische Kriegssysteme jeder Art, die in der Kriegsführung relevant waren. Alle Systeme mit der Endung jutsu sind Kriegssysteme und waren zum Töten gedacht. Die früheren Krieger (samurai) wurden ausgebildet, um im Kampf zu überleben. Sie lernten sowohl mit Waffen (buki) umzugehen (buki hō) als auch sich waffenlos (kara hō)  zu verteidigen (taijutsu).


2. Kampfkunst – budō

Der Begriff budō (Weg des Kriegers) wurde bereits im japanischen Mittelalter verwendet, nachdem Terada Kanemon (jikishin ryū) im bujutsu seiner Zeit eine intensivere geistige Bildung der Krieger einforderte. Darin enthalten war eine echte Weglehre (), aufgebaut auf technische und philosophische Prinzipien, verbunden mit den weltlichen Künsten (bijutsu). Kanō Jigorō griff diese Idee auf und gründete damit das jūdō.
Doch alle Werte dieses Konzepts verloren sich in der späteren Bemühung, die japanischen Budo-Systeme in einen Sport zu verwandeln. Aus kenjutsu wurde kendō, aus aikijutsu wurde aikidō, aus karatejutsu wurde karatedō, u.s.w. All diese Systeme wurden unter der Bezeichnung budō weitergeführt, doch ihre tatsächlichen Inhalte hatten mit einer tatsächlichen Weglehre nicht das Geringste zu tun. Da die Bezeichnungen identisch, die Inhalte aber verschieden sind, etablierten sich zur Unterscheidung vom Wettkampfsport die Begriffe gendai budō oder shin budō (neues budō).


3. Kampfsport – kakugi

Um eine Kriegskunst (bujutsu) in eine Kampfkunst (budō) zu verwandeln, sind keine technischen Veränderungen nötig. Um sie jedoch in ein Sportsystem (kakugi) zu verwandeln müssen erhebliche Veränderungen vorgenommen. Der Wettkampf braucht weder realistische Kampfverfahren noch eine philosophische Weglehre, sondern lediglich ein stark reduziertes und angepasstes Technikpaket, mit dem zwei Kontrahenten nach vorgegebenen Regeln in einem Wettbewerb gegeneinander antreten können.
Als Wettkampfsport verbreiteten sich die Kampfkünste um die Welt, und etablierten große Organisationen, in denen heute die Mehrheit ihrer Mitglieder falschen Illusionen folgen. Denn Kampfsport ist weder bujutsu noch budō, auch wenn der letzte Begriff fälschlicherweise weiterhin verwendet wird.
Das sogenannte moderne budō (shin budō) begründet seine Wettkampfsysteme allesamt auf die Unterscheidung in technische Spezialbereiche (jūdō – Werfen, aikidō – Hebeln, karate – Schlagen, u.s.w.), weil sie nur auf diese Weise zu ihrem Zweck organisiert werden können. Es blieb der Mythos ohne Inhalt. Besonders nachdem man sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Wettkampfsysteme umgewandelt hatte, verloren sie ihre Fähigkeit zur Ausbildung in der Selbstverteidigung und gleichzeitig auch in den Lehren des Weges (). Heute sind sie lediglich Sportarten.


Grundauffassung der Kampfkünste im BSK

Die Lehrer des BSK sind der Auffassung, dass die Übung der alten ostasiatischen Kriegsmethoden (bujutsu) nur auf einem schmalen Pfad der Bewältigung und Sinngebung im Leben dienen können. Es ist nicht das System (jutsu), es ist nicht die Techniken (waza), sondern es ist die Art, wie es von einem Lehrer (sensei) unterrichtet und von einem Schüler (deshi) verstanden wird. Wert entsteht in der Arbeit einer Budo-Gemeinschaft unter der Anleitung ihres sensei, und nicht durch die bloße Übung von Techniken. Erst dadurch erhalten die Kampfkünste ihren Wert fürs Leben.