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Die Hauptsysteme des BSK

Die Kampfkünste im BSK sind in ihrer Grundauffassung so konzipiert, dass sie jedem Stil (ryū) als Erweiterung dienen können. Es ist nicht von Bedeutung, welchen Stil ein Einsteiger übt, durch die Anleitungen im BSK wird er seinen eigenen Stil theoretisch und praktisch erweitern und verbessern.
Durch seine Integration in die Strukturen des BSK und durch die Anleitung der BSK-Lehrer erhält er auch die Möglichkeit eines eigenen Studiums der Selbstperfektion, Selbsterfahrung und Selbstgestaltung. Die Kampfkünste im BSK sind kein Sport, sondern ein sinngebender Begleiter durchs Leben.
Grundsätzlich können innerhalb der unten genannten Hauptsysteme alle Kampfkunststile (ryū) im BSK eine Heimat findet:


Karate

Der Begriff Karate bezeichnet im Budo Studien Kreis den großen Komplex der alten okinawanischen Kampfsysteme von Okinawa. Da dieser Komplex geschichtlich nicht isoliert betrachtet werden kann, erweitern sich die BSK-Studien auch auf die Quellen seiner Beeinflussung. Entsprechend sind darin sämtliche okinawanischen Stile (koryū uchinādi) enthalten, sowie weiterführende Studien in das chinesische quanfa, in das japanische bujutsu, und in mehrere südostasiatische Inselsysteme.
Unsere Annäherung an die okinawanischen Systeme beruht auf der Erkenntnis, dass sich auf Okinawa eigenständige Stile heranbildeten, die sich aus verschiedenen Gründen voneinander isolierten, miteinander konkurrierten und dadurch ihr wichtigstes Prinzip immer mehr zu ignorieren begannen: „Es gibt nur ein Karate!“ (Funakoshi Gichin). Alle Karate-Inhalte gehören in einen „großen Topf“, aus dem die Lehrer schöpfen und ihre persönlichen Erkenntnisse gewinnen.
Was sie weitergeben ist weder definitiv noch unendlich, sondern lediglich ihre persönliche Auffassung – es darf sich nicht in persönlichen Stilen verkrusten sondern gehört zurück in den „großen Topf“. Die nächste Generation bringt neue Meister hervor, die nicht in der Sichtweise ihres Lehrers verhaftet bleiben wollen, sondern den Zugang zum gesamten Karate-Wissen einfordern. Erst die Beachtung dieses Prinzips ermöglicht ein tiefgründiges Verständnis des karate als Kampfkunst.
Doch diese Freiheit ist trügerisch und bekommt all jenen nicht, die sich selbst überschätzen und zu früh in den „Topf“ greifen wollen. Die Erfahrung zeigt, dass Kampfkunstübende eine langjährige Schulung unter einem sensei benötigen, in der sie sich zunächst in den Lehrkonzepten eines vorgegebenen Ausbildungssystems bewähren müssen. Es gibt keine Abkürzungen.
Das im BSK praktizierte shōtōkan kenpō karate (SKK) versteht sich als Ausbildungsgrundlage zum Verständnis aller Stile des karate. Es lehrt die notwendig zu begreifenden Prämissen, durch die man sich – zuerst unter der Anleitung eines sensei und später im Selbststudium – den Inhalten und Werten des karate annähern kann.


Kobudō

Der Begriff Kobudō wird mit „altes budō“ übersetzt und bezeichnet die volkstümlichen Waffensysteme aus Japan (nihon kobudō) und Okinawa (okinawa kobudō), die aus der Handhabung verschiedener Arbeitsgeräte abgeleitet wurden. Die Bezeichnung kobudō ist neueren Datums und steht analog zur Veränderung des bujutsu zum budō. Der Ursprungsbegriff lautet in beiden Fällen kobujutsu.
Das okinawanische kobujutsu (heute kobudō) beruht auf alten volkstümlichen Waffenpraktiken, die aus dem Einsatz verschiedener Arbeitsgeräten bestehen. Es war nie von den unbewaffneten okinawanischen Kampfsystemen getrennt. Aus diesem Grund wird es im Budo Studien Kreis als „Verlängerung der unbewaffneten Hand“ unterrichtet und unterliegt denselben Regeln, wie oben beschrieben. Das Ziel ist, jeden Gegenstand als Selbstverteidigungswaffe gebrauchen zu können. Im BSK übt man dazu die Systeme bōjutsu, jōjutsu, hanbōjutsu, yubibōjutsu, saijutsu, tonfajutsu, nunchakujutsu und kamajutsu, die sowohl im karate als auch im ninjutsu unterrichtet


Ninjutsu

Der Begriff Ninjutsu stammt aus dem japanischen Mittelalter und bezeichnet einen spezifischen Seitenarm des bujutsu als Interpretation einer verselbstständigten Gesellschaftsgruppe (ninja), die mit eigenen Regeln und Gesetzen in den Gebieten von Iga und Kōga lebten. Die meisten von ihnen konnten von den Landesherren als Söldner, Militärberater, Kundschafter, Leibwächter oder Agenten angeheuert werden. Ihre unterschiedlichen Einsätze hinter der Front erforderten andere Fähigkeiten und zusätzliche Waffen (buki), als die der japanischen Krieger (samurai), so dass sie über das bujutsu hinausgehende Techniken und Taktiken entwickeln mussten.
Ähnlich, wie im karate, ist auch ninjutsu im BSK lediglich ein Oberbegriff, der über die im Budokan gelehrte Kampfkunst yamamichi ryū ninjutsu die nötigen Grundlagen heranbildet, durch die Fortgeschrittene alle Bereiche des ninjutsu selbstständig erforschen lernen. Im BSK-System enthalten sind zunächst vielfältige Kampfsysteme (bujutsu) der alten japanischen Krieger, die sowohl den waffenlosen (kara hō) , wie auch den bewaffneten Kampf (buki hō) lehren. Zusätzlich enthält ninjutsu Methoden zur Entwicklung des Körpers und Kultivierung der inneren Energie, sowie Übungen zur Schulung der Intuition und Lenkung des Geistes.
Das Ninjutsu-System des BSK (yamamichi ryū ninjutsu) wird nicht durch aktuelle Stilkonzepte  begrenzt, sondern schult die Grundlagen zum Studium des ninjutsu als ganzheitliches System. Nach dem Motto ninpō ikkan (ninjutsu ist der Anfang und kennt kein Ende), soll das BSK-Ninjutsu die Stile nicht teilen, sondern vereinen.


Bujutsu

Der Begriff Bujutsu (Technik des Kriegers) ist eine übergeordnete Bezeichnung für alle Kampf- und Kriegsmethoden der bushi (Krieger) vor 1868 und ist eine Weiterentwicklung des vorausgegangenen bugei (Kriegskunst). Allgemein umfasst bujutsu:

1. Die technischen und taktischen Methoden des Kämpfens.
2. Die geistige Ausbildung des Kriegers im Sinne des bushidō.
3. Die Vitalpunktmethoden des kappō, sappō und kyūshojutsu.

Im Budo Studien Kreis werden keine einzeln definierte Stile des bujutsu gelehrt. Doch das bujutsu ist die wichtigste Grundlage des ninjutsu und hat auch die okinawanischen Stile (koryū uchinādi) erheblich beeinflusst. Aus diesem Grund ist bujutsu im BSK ein zentrales Thema in der Gestaltung seiner hauseigenen Systeme.
Das bujutsu enthält bewaffnete und unbewaffnete Systeme. Alle späteren Methoden des budō sind daraus abgeleitet. Im BSK sind viele technische Verfahren des bujutsu in die Systemen des karate, kobudō, kyūdō und ninjutsu integriert. Aus dem bujutsu stammen die Verhaltensetikette (sahō), die Budo-Philosophie, u.s.w.


Kyūdō

Der Begriff kyūdō bedeutet „Weg des Bogens“ und bezeichnet die japanische Form des Bogenschießens. Als mittelalterliche Kriegskunst (kyūjutsu), wurde sie – im Rahmen der Veränderung des bujutsu zum budō – in neuerer Zeit zu einer Disziplin mit meditativem Inhalt (budō) umgewandelt. Im BSK wird ausschließlich diese Interpretation gelehrt: Es geht nicht allein um das „Treffen“, sondern um eine kontemplative Übung der Selbsterfahrung.


Qigong

Aus der Vielzahl aller Systeme des qigong (Kultivierung von Energie) werden im BSK-Formen des Stillen Qigong und des Bewegten Qigong ausgewählt und geübt. Grundlagen der Auswahl sind ein Verständnis von Gesundheit und Energie, in das Kenntnisse eingegangen sind, die u.a. durch ein abgeschlossenes Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) an der Freien Universität Maastricht (NL) durch Gabi Fischer-Lind erworben wurden.


Taijiquan

Neben der langen Yang-Form mit 108 Bewegungen werden im taijiquan des BSK die Peking-Form mit 24 Bewegungen, die kurze 13er Form und die authentische kämpferische Yang-Form sowie mehrere Waffenformen unterrichtet.