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Die Dōjōkun

Kontemplative Regeln des Verhaltens  

Dojokun-BildSeit altersher ist es in den Kampfkünsten üblich, die körperliche Übung durch ein adequates Paket von philosophischen Gedanken und Lebensanleitungen begleiten zu lassen, die dem Übenden Sinn und Maß in seiner Lebensbewältigung geben. Diese aufgeschriebenen Anleitungen bezeichnet man in den Kampfkünsten als dōjōkun.
Frühe Konzepte gab es bereits im Shaolin-Kloster, sie pflanzten sich durch die Jahrhunderte fort und etablierten sich als philosophische Lehrkonzepte in allen Stilen. Immer bestanden sie aus Anleitungen zur Übung der rechten Haltung (shisei). Richtig verstanden schafften sie die Verbindung zwischen der Philosophie des Weges () und der formalen Technik (jutsu) und gewährleisteten, dass die Erkenntnisse über den Weg nicht im Intellekt verhaftet blieben, sondern in der persönlichen Haltung des Übenden zu seiner Kunst sichtbar wurden.

Allgemeines

Es gibt keine einheitliche dōjōkun, sondern nur ein allgemeines Prinzip, dass von den jeweiligen Lehrern verwendet wird, um ihre Schüler in den philosophischen Lehren auszubilden. Jede gut konzipierte dōjōkun schafft die Verbindung zwischen der Philosophie des Weges () und der formalen Technik (jutsu) und gewährleistet, dass die Erkenntnisse über den Weg nicht im Intellekt verhaftet, sondern in der Haltung (shisei) verwirklicht werden. Sie ist das Zentrum der Wegübungen und der vom budō geforderte Auftrag, den Weg nicht nur zu verstehen, sondern zu leben. Wo sie fehlt, wird budō zum Sport.
Die Leitsätze der dōjōkun und ihre lebensbegleitenden Anleitungen (kaisetsu) werden dann, wenn sie in der Selbstübung verwendet werden, zum Maßstab für den Fortschritt auf dem Weg. Fortgeschrittene entwickeln durch diese Übung einen reifen Geist und verbinden erkenntnisfähiges Denken mit dem entsprechenden persönlichen Verhalten. Übende, die in der dōjōkun nur das theoretische Verständnis statt einer Verhaltensübung sehen, können keine Fortschritte machen. Im bloßen Lernen und Interpretieren ohne Nachdenken über die eigene Haltung liegt kein Wert.


Form und Sinn

Für den Fortgeschrittenen ist die dōjōkun das unangefochtene Zentrum seiner Übung und die tiefste Quelle seiner geistigen Inspiration, durch die er sich im ständigen Kampf um Erkenntnis und Selbsterkenntnis bemüht. Durch die dōjōkun wird ein „Budo-Leben“ möglich, in dem die wahren Werte des budō erst sichtbar werden.
Seit altersher gibt es das Prinzip der dōjōkun. Die Übung der Kampfkünste von kontemplativen und ethischen Regeln begleiten zu lassen, war bereits im Shaolin-Kloster üblich. Die Praktik pflanzte sich über die Jahrhunderte fort und gelangte schließlich auch nach Okinawa.

Die weltliche Dōjōkun                   Dōjōkun des BSK