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BunBu – Budō und Kunst

Literatur und Kriegskunst

Alles, was dem Menschen wert und wichtig ist, wurde auf dem zweigleisigen Weg des Strebens und Achtens vollbracht. In allen Kulturen der Welt erkannte man die Wichtigkeit dieser Gegensätze und verwirklichte ihre gegenseitige Harmonie in der Kombination von Bildung und Wirkung.

Bun-Bu

Die erste Seite des Buke Shohatto

Betrachtet man die Japanische Geschichte, findet man dafür den Begriff bunbu, der in der Kanji-Kombination (文武) „Literatur und Kriegskunst“ bedeutet und auf eine enge Verbindung zwischen Kultur und Kriegskunst verweist. Die Ideologie wurde von dem shōgun Tokugawa Ieyasu als buke shohatto 1615 in einem Gesetzestext für die Krieger (buke) festgelegt. Gleichzeitig erschien das kuge shohatto (Gesetzessammlung für die Hofbeamten) und das buke hyakkajō (hundert Verhaltensartikeln für die Krieger). Im buke shohatto werden in 13 Artikeln die Regeln der Erziehung und des Verhaltens der samurai behandelt, die sich im nachhinein als feste Gesetze des bushidō etablierten.

•    In der Schrift wurde auch der Spruch bunbu ichi (Literatur und Kriegskunst sind eins) geprägt, der die samurai dazu anhielt, sich neben den Kriegskünsten auch anderen edlen Künsten zu widmen. Dazu wird erläuert, dass der Weg () des Kriegers aus bun (Literatur) und aus bu (Kriegskunst) bestehen soll.
    Die konfuzianischen Schulen (rūjia) jener Zeit intensivierten die Bildung durch Kunst und Kultur und etablierten den Begriff fūryū.
    Im zen entstand der Begriff bokuseki, der eine bestimmte Kunst der Kalligraphie (shodō) bezeichnet.

Im Laufe der folgenden Zeit entstand daraus ein Kult. Ungebildete Krieger waren eine Gefahr für die Gesellschaft, für Hofadelige und Beamte war Bildung eine Voraussetzung. Es entstand der Kodex des bushidō, der in allen Einzelheiten die Verhaltensetikette (sahō) der Krieger regelte.
Weiter Begriffe wie bunbu fuki (Literatur und Kampfkunst sind untrennbar) oder bunbu ryō dō (Literatur und Kampfkunst gehören beide zum Weg), wurden zu Standards der Samurai-Erziehung ab 1600. „Pinsel und Schwert“ waren im Leben der frühen Samurai-Jugend die wichtigsten Werkzeuge.
Diese Initiative hat die Kultur des feudalen Japans in einem entscheidenden Maß geprägt und veränderte schließlich das bujutsu zum budō. Heute ist das buke shohatto eine der beliebtesten Forschungsquellen für Historiker.