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Gästebuch

Makiwara, Dogu und Kime

 16. - 18. 7. 2010

 

Von: Beate Mosur, Ruben Müller

 

Die „starke Sache“

Im Besonderen für die, die erst wenig am Makiwara geübt haben.

Ein Wochenende voll von Konzentration und Selbstdisziplin.
Sensei Peter Schömbs hat uns aufmerksam gemacht, wie wichtig die korrekte Stellung und Kraftübertragung beim Makiwara -Training ist. Hier, anderes als bei Partnerübungen, soll man die Energie am Ende der Technik nicht stoppen, sondern weiter fließen lassen. So bekommt die Technik seine Vollkommenheit.
Nicht ohne Bedeutung sind auch Qigong Übungen. Für eine sinnvolle Übung muss man also das „Zussammenspiel“ von allen Elementen (Technik und Kime) schaffen.
Zusammen mit Sensei Christian Lind haben wir ein Abhärtungstraining erlebt. Für unsere Bäuche und Extremitäten war das eine schwere Mutprobe. Natürlich ist es dabei wichtig, wie man Schläge austeilen kann, aber vor allem wie man die Schläge annehmen kann. Die eigenen Schwächen muss man überwinden.

„Die Frauen haben Angst jemanden zu verletzen, und die Männer glauben an ihre Muskeln“ SenseiChristian Lind

Die besondere Konzentration verlangt die Kata – Ablauf mit Abhärtung.
Mit leicht geschwollen Händen, jedoch in bester Laune, haben wir uns am Samstag Abend fast philosophisch und sehr interressiert unterhalten. Die Zeit ist schnell vorbeigegangen. Auch der leckere Kuchen war fast sofort weg.
Das Erlebnis war Dogu-Training. Die Übung mit Geräten, die man sonst nur in Büchern sehen kann (Sashi-ashi, Nigiri-game, Chishi, u.a.). Es war notwendig, selbständig und voll konzentriert zu arbeiten, die Verantwortung für seinen eigene Körper und Haltung zu übernehmen.
Dank allen erlernten Sachen kann man sich Bewußt machen, wie wichtig für Karateka das regelmäßige Makiwara-Üben ist.

„Makiwara sollen wir, wie Kihon, Kumite und Kata, als Karate Grundlage begreifen“
                                                                                                              Sensei Peter Schömb


Mit erlebten Erfahrungen und fleißigem Weiterüben, mit den Sensei, werden sich auch die Schüler bestimmt  das nächste Mal trauen einen Bruchtest zu machen.
Ich möchte mich sehr herzlich bei allen bedanken. Es war ein wunderschönes Seminar!

Beate Mosur
Heidelberg


In Erwartung eines, wegen den vorhergesagten hochsommerlichen Temperaturen, harten und schweißtreibenden Seminars, trafen wir am Freitagabend in Bensheim ein, um am Abendtraining teilnehmen zu können.
Doch das Wetter war uns wohlwollend gesinnt. Und so fand das Seminar nach einem lang ersehnten, morgendlichen Regenguss im besten, angenehm temperierten Sommerwetter statt.

Das Seminarwochenende stand unter dem Motto Makiwara, Kime und Dogu.

Unter Kime wird die von einer ausgeführten Technik übertragene Energie verstanden. Sensei Christian Lind und Sensei Peter Schömbs lehrten die Grundlagen zur Entwicklung eines starken Kime im Kihon und in der Partnerübung. Die Unterschiede in der Entwicklung und in der Anwendung von Schock- durchdringendem Kime in Schlägen, Stößen und Tritten wurden vor jeder Übung eindrucksvoll vorgeführt. Anschließend konnte mit dem Partner am Medizinball oder am Makiwara selbst trainiert werden.

Das Makiwara gilt als wichtiges Übungsgerät auf dem Weg zum erlernen einer starken Technik.

Für mich waren das Seminar in Benseim das erste Training und der erste intensive Kontakt mit dem Makiwara. Das Makiwara ist zum Erlernen des Kime zum einen so wertvoll, da es eine direkte Rückmeldung auf die ausgeführte Technik und das dabei entwickelte Kime gibt. Diese besteht unter anderem aus dem Widerstand und dem Nachgeben des Makiwaras beim Auftreffen, dem Schwingen des Makiwaras bei dem frei werden des Kime, als auch in den unterschiedlichsten Empfindungen des Körpers und des Geistes. Es ist am Anfang recht schwer und undurchsichtig, diese Botschaft zu entschlüsseln. Dazu muss vor allem in sich hineingehorcht und nachgefühlt werden. Stimmten die für die Entwicklung des Kime wichtigen Prinzipien wie Haltung, Entspannung in der Technik, sowie vor allem die geistige Haltung? So jedoch kann nach und nach und mit viel Übung und Erfahrung die eigene Technik besser verstanden und perfektioniert werden.
Die erste Erfahrung am Makiwara lehrte mich vor allem wie weit der Weg zu einer starken und schnellen Technik für mich wirklich noch ist.

Zum Anderen kann mit dem Makiwara an einem Ziel geübt werden, das der Technik einen harten aber nachgiebigen Widerstand entgegensetzt. Ein Stoß oder Schlag kann so ohne die Anspannung am Ende der Technik durchgeführt werden, die bei der Ausführung in der Luft nötig wäre.

Doch es stand nicht nur die Entwicklung von Kime im Vordergrund. Auch die Fähigkeit Kime anzunehmen wurde in Abhärtungsübungen mit dem Partner geschult. Zum Abschluss des Sonntagstrainings standen dann Übungen an den Dogu, den klassischen Trainingsgeräten der Kampfkünste, an. Mit ihnen können die für die Techniken wichtigen Muskeln und Gelenke gestärkt werden. Auch Balance, Ausdauer, Haltung und Koordination können je nach Übungsart mit den Dogu geschult werden. Nach den Trainingseinheiten fanden interessante Gespräche in lockerer Runde statt, die einen schönen Ausklang des Trainingstages boten.

Schlussendlich war das Makiwara-Kime-Dogu-Seminar in Bensheim ein höchst interessantes Seminar mit vielen neuen Erfahrungen und so manchem neu erworbenem Wissen. Ein wichtiger Schritt um den Weg der Kampfkunst zu meistern. So wie am Ende des Seminars auch des hartnäckigste Brett von den Fäusten von Peter Schömps gemeistert wurde.

Vielen Dank an die Lehrer des BSK und allen Teilnehmern für ein schönes Seminarwochenende in Bensheim
 

Ruben Müller
Dojo Dresden

 

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