Dojokun - Regeln des Budo
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Die Dojokun besteht aus
praktischen Anleitungen zur Übung der rechten Haltung. Sie schafft die Verbindung
zwischen der Philosophie des Weges und der formalen Technik und gewährleistet, daß die
Erkenntnisse über den Weg nicht im Intellekt verhaftet bleiben, sondern in der
persönlichen Haltung
Inhalt gewinnen. Die Dojokun ist der vom Budo-Geist geforderte Auftrag, nicht nur zu
verstehen, sondern wirklich zu erkennen und das persönliche Verhalten an der
übergeordneten Wirklichkeit zu messen. Sie ist das Zentrum der geistigen Wegübungen, und
überall dort, wo sie fehlt, wird Budo zur bloßen Form.
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Die hier dargestellte Dojokun ist ausschließlich ein Bestandteil der
BSK-Lehren.
Sie wurde von Werner Lind aufgrund entsprechender japanischer Originale
entwickelt
und in "Budo - der geistige Weg" publiziert.
Allgemeine Erläuterungen
Die Leitsätze der Dojokun
werden dann, wenn sie in der Selbstübung verwendet werden, zum Maßstab für den
Fortschritt auf dem Weg. Fortgeschrittene entwickeln durch diese Übung einen reifen Geist
und verbinden erkenntnisfähiges Denken mit dem entsprechenden persönlichen Verhalten.
Übende, die in der Dojokun nur das theoretische Verständnis statt einer Verhaltensübung
sehen, können keine Fortschritte machen. Im bloßen Lernen und Interpretieren ohne
Nachdenken über die eigene Haltung liegt kein Wert. Nur die Form der Dojokun ist
Philosophie, ihr Sinn ist die Übung. Die theoretische Philosophie mit dem praktischen
Sinn zu verwechseln, bedeutet auf der Shu-Stufe, das heißt in der Formbefangenheit zu
verharren.
Für den Fortgeschrittenen ist die Dojokun das unangefochtene Zentrum seiner Übung und
die tiefste Quelle seiner geistigen Inspiration, durch die er sich im ständigen Kampf um
Erkenntnis und Selbsterkenntnis bemüht. Durch die Dojokun wird ein «Budo-Leben»
möglich, in dem die wahren Werte des Budo erst sichtbar werden.
In allentraditionellen Künsten des Weges gibt es eine Dojo-kun. Die Karate-Dojokun kommt
aus Okinawa, weist jedoch viele Ähnlichkeiten mit den Leitsätzen des japanischen
Budoauf. Sie umfa0t fünf Regeln, deren verinnerlichtes Verständnis im Karate ebenso als
Übung gilt wie das Training der Technik. Das immerwährende Bemühen des Übenden um
Verständnis dieser Regeln ist die Grundlage für die Entwicklung höherer
Fortschrittsniveaus.
Der Ursprung der Dojokun führt bis zu den Anfängen der Kampfkunst zurCick. Man sagt, die
erste Dojokun stamme von dem indischen Mönch Bodhidharma aus dem Shaolin-Kloster. Im
Laufe der Jahrhunderte haben sich aufgrund von Erfahrungen der Meister Leitsätze
herausgebildet, mit deren Hilfe ein Übender in der Lage ist, eigene innere Hindernisse
auf seinem Weg zu überwinden.
Die fünf Leitsätze der Dojokun bezeichnen übergeordnete Bereiche für alle
menschenmöglichen Verwirklichungen und zeigen einen Weg zur geistigen Unabhängigkeit
gegenüber den Formen. Sie gestatten jede nur erdenkliche Erfahrung auf jeder Ebene,
führen jedoch alle Formen in der letzten Konsequenz auf das Verhältnis zwischen Mensch,
Leben und Welt zurück und haben nur ein Ziel: das Wachsen des Menschen hin zu seiner
natürlichen Bestimmung: Das, was die Dojokun meint, zu verstehen und zu verwirklichen,
ist der Auftrag, den der Mensch vom Leben selbst erhält. Für eine oberflächliche
Betrachtung ist dies jedoch nicht offensichtlich. Deshalb gibt es in der
Kampfkunstliteratur eine ganze Reihe von abgeleiteten Hinweisen, die gezielt Probleme aus
der Praxis aufgreifen und auch für den Anfängergeist verständlich erläutern. Diese
Leitsätze (Kaisetsu) behandeln Teilaspekte des menschlichen Befindens in der Welt und
helfen dem Übenden, differenziertere Zusammenhänge im eigenen Verhalten zu erkennen. Ihr
Ziel ist es jedoch nicht, etwas zu lehren, sondern den Menschen in seinem Kampf um eigene
Erkenntnis zu führen.
Die Karate-Döjokun wurde von dem okinawanischen Meister Sakugawa gegründet und danach in
alle Stilrichtungen des Karate übernommen. Die Essenz der ursprünglichen Dojokun ist bis
heute in allen Stilen erhalten geblieben. Sie besteht aus fünf Leitsätzen, die die
gesamte geistige Entwicklung eines Übenden auf seinem Weg bestimmen: 1. sein
Verhältnis zu sich selbst; 2. sein Verhältnis zur Welt; 3. Wege des
rechten Strebens; 4. Verhaltensetikette; 5. gewaltloses Handeln.
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Die Texte stammen aus "Budo - der geistige Weg" von Werner Lind
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